E-Call rettet Leben in Werne: Das automatische Notrufsystem alarmierte die Feuerwehr nach einem schweren Unfall – vier Personen wurden verletzt und versorgt.
Ein Donnerstagmittag in Werne – und ein modernes Sicherheitssystem macht den entscheidenden Unterschied: Um 12:44 Uhr wurde der Löschzug Stockum der Freiwilligen Feuerwehr Werne mit dem Alarmstichwort „TH1 eCall – ohne Sprechkontakt“ zu einem schweren Verkehrsunfall in den Kreuzungsbereich Herberner Straße / Im Hanloh im Ortsteil Horst alarmiert.1 Kein Mensch hat den Notruf gewählt – das Auto hat es selbst erledigt. Krass, oder?
Das Bild, das die Einsatzkräfte bei ihrer Ankunft vorfanden, war heftig: Ein Pkw war im Frontbereich stark deformiert und auf einem angrenzenden Feld zum Stehen gekommen. Gleichzeitig lag ein Transporter auf der Seite in einem Graben.1 Zwei Fahrzeuge, ein Kreuzungsbereich – und mittendrin: vier verletzte Personen.
Glücklicherweise hatten bereits zahlreiche Ersthelfer die Initiative ergriffen und sich um die Betroffenen gekümmert. Besonders cool: Unter den Ersthelfern befanden sich auch zwei Kameraden des alarmierten Löschzugs Stockum, die sich zum Zeitpunkt des Unfalls zufällig in der Nähe der Einsatzstelle aufhielten.1 Die Feuerwehr war also buchstäblich schon vor der Feuerwehr da.
Als der Löschzug eintraf, befanden sich keine Personen mehr in den Fahrzeugen. Die Feuerwehr übernahm dann vor allem den Brandschutz und kümmerte sich um auslaufende Betriebsstoffe.1 Weil Kraftstoffe und andere Flüssigkeiten in den Boden eindringen können, wurde außerdem die Untere Wasserbehörde des Kreises Unna zur Einsatzstelle hinzugezogen, um den betroffenen Erdbereich zu kontrollieren.1
Alle vier verletzten Personen wurden durch den Rettungsdienst medizinisch versorgt und anschließend in umliegende Krankenhäuser transportiert.1 Die Herberner Straße musste für die Dauer der Maßnahmen vollständig gesperrt werden. Gegen 15 Uhr war der Einsatz beendet.
Der Aufwand war enorm – hier ein kurzer Überblick, was alles im Einsatz war:1
Was diesen Einsatz besonders macht, ist der Auslöser: der E-Call. Seit 2018 ist das automatische Notrufsystem in allen neu zugelassenen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in der EU verpflichtend eingebaut. Bei einem schweren Unfall – zum Beispiel wenn Airbags auslösen – sendet das System automatisch einen Notruf an die Rettungsleitstelle, inklusive GPS-Position des Fahrzeugs.1 Genau das ist hier passiert: Das Stichwort „ohne Sprechkontakt“ deutet darauf hin, dass niemand im Fahrzeug mehr in der Lage war, selbst zu sprechen – der E-Call hat trotzdem die rettenden Kräfte auf den Weg gebracht.
Das zeigt: Moderne Fahrzeugtechnik kann im Ernstfall buchstäblich Leben retten. Gut zu wissen, dass solche Systeme genau dann funktionieren, wenn man selbst nicht mehr handeln kann.
Dieser Einsatz zeigt einmal mehr, wie wichtig das Zusammenspiel aus moderner Technik, schnellen Ersthelfern und gut ausgebildeten Einsatzkräften ist. Die Freiwillige Feuerwehr Werne und alle Rettungskräfte haben hier wirklich Großartiges geleistet – Daumen hoch für diesen Einsatz!1
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