Falscher Polizist am Essener Hauptbahnhof: Ein 31-Jähriger gab sich als Beamter aus und trug trotz Waffenverbot einen Schlagstock. Die Bundespolizei ermittelt.
Was sich am 4. August am Essener Hauptbahnhof abgespielt hat, klingt wie aus einem schlechten Film – ist aber leider bitterer Ernst. Ein Mann behauptete, Polizeibeamter zu sein, stieß einen anderen Fahrgast auf einer Rolltreppe in den Rücken und sorgte damit für einen Einsatz der Bundespolizei. Das Ende der Geschichte? Eine Festnahme, ein beschlagnahmter Schlagstock und gleich mehrere Strafanzeigen.1
Gegen 11:40 Uhr meldete sich ein 23-jähriger türkischer Staatsangehöriger bei der Bundespolizei am Essener Hauptbahnhof. Er gab an, von einem Mann auf einer Rolltreppe in den Rücken gestoßen worden zu sein – und dass dieser Mann dabei behauptete, Polizist zu sein.1
Die Einsatzkräfte machten den Tatverdächtigen ausfindig und kontrollierten ihn. Was dann passierte, war ziemlich dreist: Der 31-jährige Deutsche sprach die Beamten sofort an, behauptete erneut, Polizeibeamter zu sein, und forderte Respekt. Kurz darauf legte er noch einen drauf und gab an, Angehöriger der französischen Polizei zu sein. Diese Behauptungen wiederholte er gleich mehrfach.1
Einen Dienstausweis? Fehlanzeige. Glaubhafte Angaben zu einer Polizeibehörde? Ebenfalls nicht. Die Bundespolizei belehrte den Wohnungslosen – und der schwieg anschließend.1
Bei der anschließenden Durchsuchung wurde es dann richtig brenzlig: Die Beamten fanden einen zugriffsbereit getragenen Schlagstock und beschlagnahmten ihn umgehend. Das Brisante daran: Gegen den 31-Jährigen lag bereits ein gültiges Waffenverbot vor. Er hätte diesen Gegenstand also schon aus rechtlichen Gründen niemals bei sich tragen dürfen.1
Da der Mann keine Reiseabsichten hatte, erteilten ihm die Bundespolizisten einen Platzverweis für den Essener Hauptbahnhof. Er kam dem zwar nach – nutzte den Abgang aber noch für eine Beleidigung der Beamten.1
Die Bundespolizei ermittelt jetzt wegen gleich mehrerer Delikte:
Dieser Fall zeigt, wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben. Echte Polizeibeamte können sich jederzeit mit einem Dienstausweis ausweisen. Wer von jemandem angesprochen wird, der behauptet, Polizist zu sein, aber keinen Ausweis vorzeigen kann oder will, sollte umgehend den Notruf 110 wählen – oder, wie in diesem Fall, direkt die nächste Bundespolizeiwache aufsuchen. Gut, dass der 23-jährige Betroffene genau das getan hat.1
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