Schockanruf in Heinsberg: Betrüger erbeuten fünfstelligen Betrag mit angeblichem Unfall. Die Polizei sucht Zeugen und warnt vor dreister Betrugsmasche.
Leute, das hier solltet ihr euch merken – egal ob für euch selbst oder für eure Eltern und Großeltern: In Heinsberg-Oberbruch ist am 22. Oktober eine fiese Betrugsmasche abgelaufen, die richtig viel Geld gekostet hat.1 Eine Frau, die in der Pestalozzistraße wohnt, bekam am späten Vormittag mehrere Anrufe von einer unbekannten Frau. Die hat ihr in russischer Sprache erzählt, dass die Tochter angeblich einen schweren Verkehrsunfall verursacht haben soll.1
Und dann kam der Klassiker: Für eine angebliche Operation des Unfallopfers und damit „alles ohne Ärger mit der Polizei bleibt“, sollte Bargeld her. Richtig viel Bargeld sogar – das Geld sollte an einen Abholer übergeben werden.1
Und genau das ist dann auch passiert. Gegen 12.25 Uhr tauchte der angekündigte Abholer auf und hat einen fünfstelligen Geldbetrag kassiert.1 Richtig gelesen – fünfstellig. Die Betrüger haben es also geschafft, die Frau so unter Druck zu setzen, dass sie eine wirklich große Summe rausgerückt hat.
Die Polizei beschreibt den Abholer so: ungefähr 40 bis 45 Jahre alt, etwa 180 Zentimeter groß, schlank gebaut. Er trug ein Oberteil mit roter Kapuze und sprach ebenfalls russisch.1
Was diese Geschichte noch unheimlicher macht: Sowas ist aktuell kein Einzelfall. Im Kreis Heinsberg häufen sich gerade Betrugsversuche, bei denen gezielt russischstämmige Menschen am Telefon abgezockt werden sollen.2 Die Kriminellen sind dabei richtig erfinderisch unterwegs und wechseln ihre Maschen ständig durch. Neben den bekannten Schockanrufen gab es in den letzten Tagen mindestens zwei weitere Versuche, bei denen sich die Anrufer als Bankmitarbeiter ausgegeben haben.2
Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen. Wer kann Angaben zur Identität des Abholers machen? Wer hat im Bereich der Pestalozzistraße zur Tatzeit verdächtige Beobachtungen gemacht?1 Falls ihr etwas wisst, meldet euch beim Kriminalkommissariat 4 der Polizei Heinsberg unter 02452 920 0. Alternativ könnt ihr auch online über die Hinweis-Seite der Polizei NRW Angaben machen.1
Diese Masche ist super perfide, weil sie gezielt auf Angst und Zeitdruck setzt. Niemand von der echten Polizei oder einem Krankenhaus wird jemals am Telefon Bargeld für eine Operation verlangen. Wenn ihr oder eure Familie sowas erlebt: Erstmal auflegen, durchatmen und bei der echten Polizei nachfragen – nicht über eine Nummer, die euch der Anrufer gibt, sondern über die 110 oder die offizielle Dienststelle vor Ort. Klärt am besten auch eure Eltern und Großeltern darüber auf, besonders wenn sie noch nicht so firm im Umgang mit solchen Tricks sind. Lieber einmal zu viel nachgefragt als einmal zu viel bezahlt.
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