Gen-Z-Demo in Köln: Die erwartete Teilnehmerzahl auf dem Heumarkt hat sich verdreifacht. Alle neuen Zahlen und Infos zu den Protesten am Samstag im Überblick.
Krasser Sprung kurz vor dem großen Tag: Für die Gen-Z-Demo am Samstag, den 31. Oktober, auf dem Kölner Heumarkt wurden jetzt plötzlich 15.000 Teilnehmer angemeldet – statt der ursprünglich erwarteten 5000. Die Polizei Köln hat das auf Nachfrage bestätigt.1 Wir hatten euch in einem früheren Beitrag schon gezeigt, wie sich Köln und Aachen auf die Proteste vorbereiten.
Woher kommt der plötzliche Hype? Auf der Website der Initiative „Gen Z regelt“ läuft ein Live-Zähler, bei dem sich jeder eintragen kann, der mitlaufen will. Am Mittwochnachmittag zeigte der für Köln schon 12.719 Zusagen an.1 Ob am Ende wirklich so viele Leute auf dem Platz stehen, weiß aber niemand genau – selbst die Macher sagen: Die Online-Zusagen sind „keine Garantie“, dass vor Ort auch wirklich so viele Menschen auftauchen.1
Köln ist nur einer von vielen Orten. Bundesweit sind Proteste in 32 Städten geplant, alle starten gleichzeitig um 14 Uhr. Insgesamt hatten bis Mittwochnachmittag schon mehr als 146.000 Menschen über die Website angekündigt, dabei zu sein.1 In Köln machen auch Vertreter von Linken und Grünen auf Instagram Werbung für die Demo.
Worum geht’s der Bewegung eigentlich? Die Forderungen sind klar: mehr Kohle für Bildung, Psychotherapie und Suchthilfe, bezahlbares Leben, konsequenter Klimaschutz und ein Nein zur Wehrpflicht.1 Als Vorbild nennt die Initiative die Jugendproteste in Frankreich und anderen europäischen Ländern – die liefen teilweise aber ziemlich gewaltsam ab. Mitinitiator Akram Selo stellte deshalb klar: „Wir distanzieren uns klar von jeglicher Art von Gewalt.“1
Die Kölner Polizei beobachtet die Mobilisierung genau und tauscht sich mit Sicherheitsbehörden von Land und Bund aus. Ein Polizeisprecher nennt die Kölner Demo sogar „besonders“ – vor allem mit Blick auf das, was in anderen Ländern schon passiert ist.1
Dazu kommt: Der NRW-Verfassungsschutz hat Hinweise, dass auch Leute aus dem linksextremistischen Spektrum und aus dem auslandsbezogenen Extremismus für die Proteste trommeln.1 NRW-Innenminister Herbert Reul gibt sich entschlossen: „Proteste sind legitim, Randale werden wir stoppen.“ Für den 31. Oktober sollen nach Angaben des Innenministeriums „in größtmöglichem Umfang Kräfte der Bereitschaftspolizei“ bereitstehen.1
Schon in unserem früheren Beitrag war klar: Lokale Gewerbetreibende sind besorgt, ziehen Parallelen zu den Protesten in Frankreich, wollen aber gleichzeitig das friedliche Protestrecht der Jugend unterstützen.2 In Aachen warten Händler besonders gespannt auf klare Ansagen der Polizei zur Sicherheitslage.2
Auch in Köln rüsten sich die Wirte jetzt konkret: Manche wollen ihre Außengastronomie komplett dichtmachen oder zumindest leichte Tische und Stühle reinholen.1 Die Stadt Köln hat den Heumarkt für Samstag außerdem zur Sperrzone erklärt – Leihfahrzeuge dürfen dort weder ausgeliehen noch abgestellt werden.1 Weitere Einschränkungen dürften noch folgen.
Aus einer überschaubaren Kundgebung ist binnen kurzer Zeit eine Mega-Demo geworden – zumindest auf dem Papier. Ob die Zahlen am Samstag wirklich so hoch ausfallen, zeigt sich erst vor Ort. Klar ist aber: Köln bereitet sich auf einen Ausnahmetag vor, und die Polizei lässt nichts unversucht, um für Sicherheit zu sorgen.
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!