Zoll stoppt Transporter im Kreis Steinfurt, zwei Personen flüchten in den Wald. An Bord: Paletten voller Lachgaskartuschen, jetzt ermittelt die…
Manchmal reicht schon eine auffällige Fahrweise, damit der Zoll hellhörig wird. Genau das ist jetzt im Kreis Steinfurt passiert.1 Zöllnerinnen und Zöllner des Hauptzollamts Münster waren auf Streife, als ihnen ein Transporter einer niederländischen Verleihfirma ins Auge fiel. Der Fahrstil war so merkwürdig, dass die Einsatzkräfte direkt dranblieben und dem Fahrzeug folgten.1
Der Transporter verließ die Autobahn und kam schließlich auf einem Wirtschaftsweg zum Stehen. Und dann ging alles ganz schnell: Fahrer und Beifahrer sprangen aus dem Auto und rannten in Richtung eines nahegelegenen Waldstücks.1
Der Zoll hat sofort reagiert und zusätzliche Einsatzkräfte sowie die Polizei hinzugerufen. Trotzdem konnten die beiden Männer nicht geschnappt werden – sie blieben bis heute flüchtig.1 Statt der beiden Verdächtigen blieb also erstmal nur der Transporter übrig, und der hatte es in sich.
Weil die beiden Insassen nicht mehr greifbar waren, öffnete der Zoll das Fahrzeug selbst. Darin fanden sich drei Paletten, die mit schwarzer Folie umwickelt waren. Die Kartons darauf trugen Gas- und UN-Gefahrgutkennzeichnungen – ein erstes Indiz, dass hier nicht einfach nur Umzugsgut transportiert wurde.1
Bei der genaueren Überprüfung stellte sich heraus: In den Kartons befanden sich Kartuschen mit sogenanntem Lachgas. Das klingt erstmal harmlos, fällt aber unter das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz, kurz NpSG.1 Das bedeutet konkret: Der Handel mit diesen Kartuschen ist nur sehr eingeschränkt erlaubt. Wer größere Mengen davon transportiert, ohne dass alles sauber läuft, bekommt schnell Ärger mit dem Gesetz.
Weil die beiden Flüchtigen Richtung Emsland/Grafschaft Bentheim unterwegs waren, liegt der Fall jetzt nicht mehr beim Hauptzollamt Münster. Die weiteren Ermittlungen hat die Polizei Emsland/Grafschaft Bentheim übernommen, und zwar unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Osnabrück.1 Die werden jetzt klären müssen, wer hinter dem Transport steckte, wo die Kartuschen eigentlich hinsollten und warum die beiden Männer es so eilig hatten, abzuhauen.
Der Fall reiht sich in eine Serie von Kontrollen ein, bei denen der Zoll in letzter Zeit öfter fündig wurde. Lachgas-Kartuschen, eigentlich für Sahnesiphons gedacht, werden seit einiger Zeit immer wieder als günstiger Partyrausch missbraucht. Weil das gesundheitlich alles andere als unproblematisch ist, wurde der Umgang damit gesetzlich stärker reguliert. Genau deshalb schauen Zoll und Polizei bei solchen Funden inzwischen besonders genau hin.
Für alle, die im Kreis Steinfurt oder in der Region unterwegs sind: Sollte euch zu der Flucht oder dem Transporter etwas auffallen oder bekannt sein, lohnt sich sicher ein Blick in die lokalen Nachrichten – die Ermittlungen laufen schließlich noch. Bis die beiden Flüchtigen gefunden sind, bleibt der Fall spannend. Wir halten euch auf dem Laufenden, sobald es Neuigkeiten aus Osnabrück gibt.
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