Düsseldorf Airport erreicht erstmals Klimastufe 4 der Airport Carbon Accreditation. Seit 2010 sank der CO₂-Ausstoß um 80 Prozent, bis 2035 soll…
Der Düsseldorfer Flughafen hat sich beim Klimaschutz ein ordentliches Upgrade gesichert: Erstmals wurde der Airport mit Stufe 4 der Airport Carbon Accreditation (ACA) ausgezeichnet. Klingt erstmal trocken, ist aber eine große Sache – denn das Zertifizierungsprogramm des internationalen Flughafenverbands ACI Europe checkt ganz genau, wie konsequent Flughäfen ihre Treibhausgase erfassen und runterschrauben. Und Düsseldorf macht da jetzt richtig Nägel mit Köpfen.
Um auf Level 4 zu kommen, reicht es nicht, nur den eigenen CO₂-Fußabdruck zu checken. Der Flughafen muss zusätzlich die Emissionen von Dritten systematisch erfassen – also von Airlines, Bodenverkehrsdienstleistern und Energieversorgern – und diese fest in seinen Reduktionsplan einbauen. Das funktioniert laut Angaben des Flughafens nur im Team mit allen Partnern vor Ort. Wie die Airport Carbon Accreditation selbst mitteilt, geht es bei Stufe 4 genau darum: Verantwortung übernehmen für das, was am gesamten Standort passiert, nicht nur für den eigenen Betrieb.
Die Zahlen können sich sehen lassen: Seit 2010 hat der Flughafen seinen CO₂-Ausstoß nach eigenen Angaben um rund 80 Prozent gesenkt. Damit hat Düsseldorf das gemeinsame Klimaziel der deutschen Flughäfen für 2030 schon jetzt deutlich übertroffen. Das große Ziel bleibt aber: spätestens 2035 soll der Airport komplett klimaneutral laufen. Dafür gibt’s die sogenannte Roadmap NetZero, die genau festlegt, wie die restlichen Emissionen Schritt für Schritt runtergehen sollen.
Richtig ins Gewicht fallen aktuell die beiden erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerke des Flughafens – die sind für mehr als 75 Prozent der gesamten CO₂-Emissionen verantwortlich. Gemeinsam mit Projektpartnern wird gerade geprüft, ob die künftig mit Wasserstoff oder Biomethan statt mit fossilem Erdgas laufen können. Kein kleines Projekt, aber genau da liegt eben der größte Hebel.
Parallel baut der Flughafen seine erneuerbaren Energien aus. Im Juni ging eine neue Photovoltaikanlage ans Netz, die laut Flughafen die größte ihrer Art direkt an der Start- und Landebahn eines deutschen Airports ist. Zusätzlich wird geprüft, den Standort stärker ans Fernwärmenetz anzuschließen. Auch bei Gebäuden und Technik soll die Energieeffizienz weiter steigen. Und auf dem Rollfeld selbst tut sich was: Die Fahrzeugflotte wird nach und nach auf alternative Antriebe umgestellt, dazu kommen mehr Ladesäulen für E-Fahrzeuge.
Ein weiteres Großprojekt ist der Bau eines neuen Tanklagers mit Gleisanschluss. Damit soll nachhaltiger Flugkraftstoff, kurz SAF, künftig per Schiene angeliefert werden. Laut Airport Carbon Accreditation könnten dadurch langfristig rund 30.000 Lkw-Fahrten pro Jahr von der Straße auf die Schiene verlagert werden – ein echter Unterschied fürs Klima. Gleichzeitig unterstützt der Flughafen die Airlines dabei, auf SAF umzusteigen.
Die Airport Carbon Accreditation wurde 2009 vom europäischen Flughafenverband ACI Europe ins Leben gerufen und gilt als unabhängiges Zertifizierungsverfahren speziell für Flughäfen. Dabei werden sämtliche Treibhausgasemissionen am Standort betrachtet – auch solche, auf die der Betreiber gar keinen direkten Einfluss hat. Nach der Erstellung des CO₂-Fußabdrucks werden Reduktionsziele festgelegt und regelmäßig überprüft. Düsseldorf zeigt mit dem Sprung auf Stufe 4, dass sich die Investitionen der letzten Jahre auszahlen – und dass bis 2035 noch einiges an Arbeit, aber auch an Fortschritt ansteht.
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