Nach einem Schockanruf bei einem 87-Jährigen im Kreis Paderborn wurde ein Tatverdächtiger festgenommen.
Im Kreis Paderborn erhielt ein 87-Jähriger am Montagnachmittag, 15. Juni, einen Anruf von einer anonymen Nummer. Da ähnliche Anrufe bereits in der Vergangenheit stattgefunden hatten, übernahm sein 66-jähriger Sohn den Anruf und gab sich als sein Vater aus. Am Telefon meldete sich ein vermeintlicher Polizeibeamter, der über eine Verbrecherbande berichtete, die in der Nähe des Wohnhauses des 87-Jährigen Einbrüche verübt habe. Um einen weiteren Täter zu fassen, solle der Senior seine Wertsachen vor der Tür deponieren.
Der Sohn erkannte umgehend die Betrugsmasche und hielt den falschen Polizisten jedoch im Gespräch, während weitere Familienangehörige die echte Polizei informierten. Nach etwa 90 Minuten gab der Anrufer die Anweisung, die Wertsachen vor dem Haus abzulegen. In der Zwischenzeit packte der 87-Jährige wertlose Gegenstände und stellte diese vor das Haus. Gegen 18:20 Uhr erschien der 32-jährige Bulgare und nahm die Tasche entgegen. Als er sich entfernen wollte, wurde er von der echten Polizei festgenommen.
Bei seiner Festnahme hatte der Mann einen Schlagstock bei sich. In seinem Fahrzeug fanden die Beamten eine Schreckschusspistole und Überweisungsbelege für Konten in der Türkei und in Bulgarien. Der Tatverdächtige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft einem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete.
Die Polizei warnt seit zwei Jahren regelmäßig vor Anrufen von falschen Polizeibeamten und empfiehlt, solche Gespräche zu beenden, Rücksprache mit Angehörigen zu halten und die echte Polizei unter der Notrufnummer 110 zu kontaktieren. Weitere Informationen zu Betrugsmaschen am Telefon sind auf der Webseite der Polizei Paderborn zu finden: https://paderborn.polizei.nrw/artikel/geschockt-am-telefon-auflegen
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