Vermummte E-Scooter-Fahrer sorgen am Berliner Platz in Essen für Chaos – die Polizei stoppt sie dank „Safe City“ und stellt zwei Fahrzeuge sicher.
Stellt euch vor: Ihr seid abends unterwegs, auf einmal rauscht eine Gruppe maskierter Typen auf E-Scootern an euch vorbei und ihr müsst zur Seite springen, um nicht umgefahren zu werden. Genau das ist am 4. November rund um den Berliner Platz in Essen passiert 1. Die Essener Polizei im Rahmen des Präsenzkonzepts „Safe City“ war aber zur Stelle und hat durchgegriffen.
Gegen 19:25 Uhr fiel den Einsatzkräften eine Gruppe von vier dunkel gekleideten Personen auf. Sturmhauben, Helme – einer sogar mit Action-Cam ausgestattet, vermutlich um die ganze Aktion für die Story oder sonst wohin festzuhalten 1. Die Crew düste mit zwei E-Scootern über den Gehweg in der Grünen Mitte, deutlich zu schnell unterwegs und teilweise ganz ohne Licht. Fußgänger mussten beim Überqueren der Segerothstraße ausweichen, weil die Fahrer einfach keine Rücksicht nahmen 1. Einer der Fahrer hat den vorbeifahrenden Polizeibeamten dann noch den Mittelfinger gezeigt – Fail wenn es ihn je einen gab.
Als weitere Streifenwagen sich der Gruppe näherten, war’s vorbei mit der coolen Attitüde. Zwei der Fahrer versuchten in Richtung Fahrradtrasse an der Segerothstraße zu flüchten, wurden aber von den Beamten gestoppt. Einer der beiden versuchte es sogar noch zu Fuß, kam damit aber nicht weit. Die Polizei brachte beide verletzungsfrei zu Boden und fixierte sie 1.
Am Ende waren es zwei 16-jährige Essener, die sich die Aktion geleistet haben. Bei der Kontrolle der E-Scooter kam noch mehr ans Licht: Die Fahrzeuge konnten offenbar deutlich mehr als die erlaubten 25 km/h fahren. Eines hatte gar kein Kennzeichen, beim anderen passte das Kennzeichen vermutlich nicht zum Fahrzeug 1. Kein gutes Timing für die beiden Jugendlichen, die danach erstmal auf die Wache mussten und von ihren Eltern abgeholt wurden.
Ganz ohne Konsequenzen bleibt die Nummer nicht. Gegen die beiden 16-Jährigen wird unter anderem wegen des Verdachts auf Fahren ohne Fahrerlaubnis ermittelt, dazu kommen mögliche Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz und das Kraftfahrzeugsteuergesetz 1.
Der Fall macht klar, dass das Präsenzkonzept „Safe City“ in Essen genau da wirkt, wo es gebraucht wird – nämlich dort, wo rücksichtsloses Verhalten andere Menschen gefährdet. Egal ob Sturmhaube, Action-Cam oder Fluchtversuch: Am Ende hat’s nichts gebracht. Wer auf dem Gehweg viel zu schnell unterwegs ist und Fußgänger zum Ausweichen zwingt, muss eben auch mit Konsequenzen rechnen. Safe City sei Dank bleibt der Berliner Platz ein Stückchen sicherer.
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