Dagmar Knops verschwand 1988 nach einem Kneipenbesuch spurlos. 38 Jahre später läuft ihr Fall erneut bei Aktenzeichen XY – mit 5000 Euro Belohnung für Hinweise.
Stellt euch vor, ihr seid nur noch 350 Meter von eurem Elternhaus entfernt – und kommt dort nie an. Genau das ist Dagmar Knops passiert. Die damals 22-jährige Studentin verschwand am 28. März 1988 spurlos, nachdem sie die Kneipe „Lichtblick“ in der Kempener Altstadt verlassen hatte.1 Seitdem fehlt von ihr jede Spur – und auch nach 38 Jahren geben die Staatsanwaltschaft Krefeld und die Polizei Mönchengladbach nicht auf.1
Dagmar war in den Semesterferien bei ihren Eltern in Kempen am Niederrhein und traf sich an dem Abend mit Freunden in der Kneipe. Gegen 22.15 Uhr verließ sie das Lokal allein – ihr Elternhaus an der Siegfriedstraße lag quasi um die Ecke. Trotzdem kam sie nie dort an. Was auf dem kurzen Heimweg wirklich passierte, ist bis heute ungeklärt.1
Besonders auffällig: Dagmar trug an diesem Abend eine Fliegerjacke der Marke „Avirex“ mit hellbraunen Lederärmeln und der Aufschrift „Air Force USA“, dazu ein mintfarbenes Sweatshirt, Jeans mit einem Flicken am Knie und Nike-Turnschuhe. An ihr: ein kupferner Armreif und eine Silberkette mit einem herzförmigen Schlüsselanhänger, dessen Ende die Zahl 13 bildete. Auch ihre Geldbörse samt Ausweis ist seitdem verschwunden.1
Richtig gruselig wird’s bei den zwei anonymen Briefen, die im Laufe der Jahre bei der Polizei eintrudelten. 2005 bekamen die Ermittler einen Hinweis auf ein mögliches Versteck von Dagmars Leiche – die Suche blieb aber erfolglos. Ein zweiter Brief führte die Polizei 2008 zur „Villa Horten“ in Kempen. Dort vermuteten die Ermittler die Tote sogar einbetoniert unter dem Fundament. Zwei Leichenspürhunde schlugen an, das Bodenradar zeigte eine Auffälligkeit.1
Mordkommissionsleiter Ingo Thiel war sich 2010 noch sicher: „Ich bin nach wie vor sicher, dass wir die sterblichen Überreste der jungen Frau dort finden werden.“1 Doch auch weitere Bohrungen brachten keine Ergebnisse. Die Suche an der Villa wurde schließlich eingestellt.1
Am Mittwoch, den 4. November um 20.15 Uhr, wird der Fall zum zweiten Mal bei „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ im ZDF gezeigt. Schon 2008 hatten die Ermittler dort gehofft, den entscheidenden Hinweis zu bekommen – leider ohne Erfolg.1 Jetzt setzen sie erneut auf euch als Zuschauer.
Eine wichtige Spur, die bis heute nicht aufgeklärt ist: Eine Gruppe Jugendlicher soll in jener Nacht auf einer Bank in der Nähe des „Lichtblick“ gesessen haben. Wer diese Personen sind, konnte die Polizei nie herausfinden.1 Auch die Verfasser der beiden mysteriösen Briefe bleiben ein Rätsel.1
Für den entscheidenden Hinweis sind 5000 Euro Belohnung ausgesetzt.1 Die Polizei hofft nicht nur auf Infos zur Jugendgruppe, sondern auch auf Hinweise von Menschen, denen sich ein möglicher Täter irgendwann anvertraut haben könnte. Wenn ihr etwas wisst, könnt ihr euch unter der Nummer 02161/290 oder per E-Mail an MK.Knops.Moenchengladbach@polizei.nrw.de melden.1
Mord verjährt nicht – und genau deshalb bleibt die Hoffnung, dass Dagmars Fall nach fast vier Jahrzehnten endlich gelöst werden kann. Vielleicht erinnert sich ja jemand von euch an etwas, das den entscheidenden Unterschied macht.
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