Philipp aus Niederzier trampt über 17.000 Kilometer von NRW nach Thailand. Sein Ziel: Ende Oktober die eigene Verlobte heiraten.
Fliegen kann jeder. Aber mit dem Daumen von NRW bis nach Thailand trampen – das ist eine ganz andere Liga. Genau das macht Philipp aus Niederzier im Kreis Düren gerade. Über 17.000 Kilometer liegt sein Ziel vor ihm: die eigene Hochzeit mit seiner Verlobten, die aus Thailand stammt. Ende Oktober wird geheiratet – und Philipp will pünktlich ankommen. Wie? Per Anhalter, Zelt und Bauchgefühl. Sein gesamtes Abenteuer kannst du übrigens auf seinem Instagram-Account mitverfolgen – von der ersten Mitfahrgelegenheit bis zum großen Ja-Wort.
In der Antenne NRW Morningshow Guten Morgen NRW hat Moderator Mark Neugebauer mit Philipp gesprochen – und der hat direkt klargemacht, warum er sich dieses Abenteuer antut. „Meine Verlobte kommt aus Thailand und wir heiraten Ende Oktober in Thailand. Warum nehme ich das auf mich? Weil ich jeden Morgen aufwache und nicht weiß, wo ich am Ende des Tages lande. Jeden Tag treffe ich neue Leute, höre neue Geschichten. Deshalb mache ich das.“ Und als Mark fragte, ob Fliegen nicht einfacher gewesen wäre? Philipps Antwort kam trocken und direkt: „Fliegen kann jeder.“
Zum Zeitpunkt des Interviews war Philipp bereits seit über einer Woche auf der Straße. Seine Route führte ihn von NRW aus durch Deutschland, Slowenien und Kroatien – und er ist „erschreckend gut“ damit gefahren, wie er selbst sagt. „Erschreckend gut, dass man doch feststellt, wie hilfsbereit die Menschen sind. Egal in welchem Land – ob in Deutschland, Slowenien oder Kroatien. Ich wurde immer mitgenommen und das ist schon faszinierend.“
Ganz ohne Rückschläge lief es allerdings nicht. Einen Tag stand er stundenlang an der Autobahn und wurde einfach nicht mitgenommen. „Ich hatte gestern ein kleines mentales Break-down, weil ich den ganzen Tag nicht mitgenommen wurde, an der Autobahn stand. Aber dann habe ich gestern einen guten Ride erwischt und mir geht’s super.“ Genau das ist Trampen – ein Tag läuft’s, der nächste läuft weniger. Aber aufgeben? Kommt für Philipp nicht infrage. Auf seinem Instagram-Kanal teilt er diese Hochs und Tiefs übrigens ganz ungeschönt – und der Feed macht richtig Lust aufs Mitfiebern.
17.000 Kilometer sind nicht nur logistisch eine Herausforderung, sondern auch finanziell. Philipps Plan: so günstig wie möglich leben. Er schläft hauptsächlich im Zelt – an Raststätten oder dort, wo er gerade ist. Hotels kommen nur in absoluten Notfällen infrage. So wie vor zwei Tagen: „Da waren meine beiden Handys leer und meine Powerbanks. Da blieb mir nichts anderes übrig, als in ein Hotel zu gehen.“ Solche Situationen versucht er aber so gut es geht zu vermeiden und auf sein Geld zu achten.
Klar, beim Trampen stellt sich die Frage: Ist das nicht manchmal mulmig? Philipp sieht das gelassen – aber er ist auch nicht leichtsinnig. Er steigt nicht bei jedem ein. „Es gab zwei Leute, bei denen ich nicht eingestiegen bin. Die haben einfach das Gefühl gegeben: Ja, da will ich nicht mitfahren.“ Sein Bauchgefühl entscheidet also mit, bei wem er einsteigt.
Was Philipp da gerade macht, ist mehr als nur eine verrückte Idee. Es ist ein Beweis dafür, dass die Welt voller hilfsbereiter Menschen steckt – und dass echte Abenteuer noch möglich sind, wenn man sich einfach traut. Jeden Morgen aufwachen ohne festen Plan, neue Gesichter, neue Geschichten – und irgendwo am Ende dieser langen Straße: die eigene Hochzeit. Wer den Trip Kilometer für Kilometer miterleben will, dem sei Philipps Instagram-Account wärmstens ans Herz gelegt. Chapeau, Philipp!
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