Das Kölner Tanztheaterstück „Trashedy
Japan, Argentinien, Südkorea, Island – klingt nach einer ziemlich krassen Welttournee, oder? Genau das ist „Trashedy“, das Tanztheaterstück der Kölner „performing:group“, bereits geworden. Und jetzt steht das nächste große Highlight an: die 250. Aufführung! Am 11. und 12. September feiert das preisgekrönte Stück sein Jubiläum in den Ehrenfeldstudios in Köln – und das mit einer Zugabe plus anschließender Party.1
Das Stück feierte seine Premiere bereits 2012 und setzt sich seitdem mit einem Thema auseinander, das uns alle betrifft: Konsum, Demokratie und persönliche Verantwortung. Auf der Bühne teilt sich das Ensemble die Hauptrollen – mit einer expandierenden Müllhalde. Klingt wild, ist aber genau das, was das Publikum auf der ganzen Welt begeistert.1
Produzent und Komponist Martin Rascher erinnert sich: „Nachhaltigkeit war für uns Theaterschaffende damals noch neu. Das hat uns sehr interessiert. Wir haben dann zwei Jahre an der Aufführung gearbeitet.“ Dabei wurde bewusst auf den moralischen Zeigefinger verzichtet – niemand soll das Gefühl bekommen, eine fertige Lösung präsentiert zu bekommen. Stattdessen: echte Auseinandersetzung mit dem Thema.1
Bereits 2013 gewann „Trashedy“ den Jugend- und Hauptjurypreis beim renommierten „Westwindfestival“ in Bonn, 2015 folgte die Einladung zum „Augenblick mal! Festival“. Seitdem entwickelte sich das Drama zum weltweiten Selbstläufer – in Ländern wie Frankreich, Italien, Ungarn, Indien, Liechtenstein, Luxemburg, Kroatien und China.1
Rascher erklärt den anhaltenden Erfolg so: „Ich glaube, ‚Trashedy‘ ist so erfolgreich, weil es eine klare Aussage hat, die in jeder Sprache verständlich ist.“ Und das ist wörtlich gemeint: Die Inszenierung setzt bewusst auf Acting, Tanz, Klang-Collagen und visuelle Elemente wie Videos und Illustrationen – der Redeanteil ist gering. So braucht es kaum Übersetzungsarbeit, um das Publikum zu erreichen.1
Künstlerische Leiterin Julia Mota Carvalho betont, dass das Stück weit über das Thema Wegwerfen hinausgeht: „Es geht auch um wesentliche Grundsätze der Demokratie und damit einhergehende persönliche Verantwortung.“ Trotzdem bleibt die rund 50-minütige Vorstellung kompakt und zugänglich – transportierbar mit nur einem Koffer und einer Leinwand. Empfohlen wird sie ab 11 Jahren.1
Wer nach der Jubiläumsshow noch mehr von der „performing:group“ sehen will: Im Herbst bringt das Ensemble ihr aktuelles Stück „Into it“ auf die Bühne der Ehrenfeldstudios. Darin geht es laut Mota Carvalho um das Zu- oder Nichtzulassen von Nähe – also definitiv auch kein leichtes Thema, aber garantiert wieder mit viel Herzblut umgesetzt.1
Wenn ihr euch fragt, wie ein Tanztheaterstück über Konsum und Müll zur internationalen Erfolgsgeschichte wird – schaut euch „Trashedy“ einfach selbst an. Mehr Infos findet ihr unter ehrenfeldstudios.de und performing.group.
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