Das Klangraum Festival in Köln-Mülheim bringt vom 8. bis 16. August Klassik, Jazz und Weltmusik für alle – bezahlbar und ohne Berührungsängste.
Klassische Musik ist nichts für dich? Zu teuer, zu elitär, zu langweilig? Frederick Winterson sieht das komplett anders – und er will euch genau das beweisen. Der 32-jährige Mülheimer Cellist organisiert seit 2021 das Klangraum Festival in Köln-Mülheim, und vom 8. bis 16. August findet es zum sechsten Mal statt.1
Die Entstehungsgeschichte des Festivals ist so herzerwärmend wie das Festival selbst. Wintersons Oma brachte ihn 2020 zum Veedel- und Nachbarschaftsverein Et Kapellche e. V. in Köln-Mülheim. Der Verein hatte tolle Veranstaltungen – aber keine Musik. Also brachte Frederick die Idee ein, den Saal für Konzerte zu nutzen.1
Und was für einen Saal! Die ehemalige Klosterkapelle Et Kapellche ist laut Winterson ideal für Kammerkonzerte: „Die Form, die Größe, das Holz und die hohe Decke sorgen dafür, dass es ganz besonders und toll klingt.“ Wegen der Corona-Pandemie fanden die ersten Konzerte online statt – aber 2021 durfte dann wieder Publikum vor Ort sein, und spontan entstand die Idee für ein echtes Festival.1
Das Klangraum Festival hat von Anfang an eine klare Mission. „Klassische Musik ist nicht nur für Menschen mit viel Geld, Bildung und Ahnung, sondern für alle da“, sagt Winterson – und genau das spürt man im Programm. Neben klassischer Musik sind auch Jazz, Weltmusik und sogar ein Kinderprogramm dabei. Der Name „Klangraum“ war bewusst so gewählt, dass er keine einzige Musikrichtung zu eng beschreibt.1
Das Ziel: Distanz zwischen Publikum und Künstlerinnen und Künstlern abbauen, Kontraste schaffen und Klassik endlich da ankommen lassen, wo sie hingehört – bei allen Menschen. Und dabei bleibt das Festival bezahlbar. Tickets gibt es für einzelne Konzerte, als Dreier-Kombi oder als Festivalpass auf etkapellche.de.1
Das diesjährige Festival startet am 8. August mit einem Balkan-Jazz-Konzert von Borscht for Breakfast. Die offizielle Eröffnung folgt am 12. August mit Werken von Beethoven, Glass und mehr. Danach kommen klassische Konzerte, ein Kinder- und Draußenprogramm – und den krönenden Abschluss macht am 16. August die „Jazz Night“.1
Wer auf der Bühne steht, ist übrigens keine Kleinigkeit: „Die Leute, die hier spielen, sind teilweise weltbekannt und haben die weltweit größten Wettbewerbe gewonnen“, erzählt Winterson stolz. Und trotzdem spielen sie genauso gerne in Köln-Mülheim wie auf den großen internationalen Bühnen.1
Was das Festival so besonders macht, ist die Atmosphäre. Die Musikerinnen und Musiker verbringen eine ganze Woche gemeinsam – mit Proben, Essen und Trinken – und kommen bei Vereinsmitgliedern in Mülheim unter. Früher haben alle bei Wintersons Oma übernachtet, die morgens Frühstück für alle gemacht hat.1
Diese Oma ist vor Kurzem gestorben – und Frederick Winterson möchte ihr das diesjährige Festival widmen. Ein schöneres Zeichen dafür, dass hier nicht einfach nur Musik gemacht wird, sondern echte Gemeinschaft, gibt es kaum.1
Das Klangraum Festival in Köln-Mülheim zeigt eindrucksvoll: Klassische Musik kann zugänglich, lebendig und total nahbar sein. Wenn ihr also zwischen dem 8. und 16. August in der Nähe seid – gebt dem Festival eine Chance. Eure Ohren werden es euch danken.
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