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Zwölf Löwenbabys im Dortmunder Zoo – und jetzt hagelt es Kritik
13. September 2026

Zwölf Löwenbabys im Dortmunder Zoo – aber sind sie wirklich gut für den Artenschutz? Ein Influencer und Artenschützer zweifelt daran und sorgt für heiße…

Niedlicher Nachwuchs, große Diskussion

Anfang August hat der Dortmunder Zoo eine süße Neuigkeit verkündet: Gleich zwölf Löwenbabys sind geboren worden! Löwin Zuri brachte Ende Juli fünf Jungtiere zur Welt, ihre Artgenossin Saba legte drei Tage später sogar noch einen drauf – mit sieben Kleinen. Klingt nach purem Knuffigkeits-Overload, oder? Aber jetzt kommt der Haken: In den sozialen Netzwerken wird die Geburt heftig diskutiert – und die Kritik hat es in sich.1

Was steckt hinter der Kritik?

Der Umwelt- und Artenschützer Robert Marc Lehmann, dem auf Instagram mehr als 870.000 Menschen folgen, hat den Zoo öffentlich in die Mangel genommen. Sein Vorwurf: Bei den Löwenbabys handele es sich um sogenannte „Zoo-Mischlinge“, die keiner bestimmten Unterart mehr eindeutig zuzuordnen seien. Konkret geht es um eine mögliche Kreuzung der beiden Unterarten Panthera leo leo und Panthera leo melanochaita. Damit seien die Tiere für den Aufbau einer „genetisch definierten Erhaltungspopulation“ nicht oder nur sehr eingeschränkt relevant.1

Lehmann ist außerdem Vorsitzender des Vereins Mission Erde e.V., der weltweit zahlreiche Tier-, Umwelt- und Naturschutzprojekte unterstützt. In seinem Instagram-Post schreibt er: „Ich möchte ja nicht unterstellen, ihr hättet nur niedliche Jungtiere für die Besucher produziert.“ Starker Tobak – aber er steht damit nicht allein da.1

Auch in anderen Gruppen und Kommentarspalten geht’s rund. Ein User mit dem Pseudonym lion.1950213 schreibt, ein solches Vorgehen sei „für einen wissenschaftlich geführten Zoo unwürdig“ und schade dem Ruf von Zoos, die sich „tatsächlich konsequent und verantwortungsvoll für Artenschutz und koordinierte Erhaltungszucht einsetzen“.1

Was sagt der Zoo dazu?

Die stellvertretende Leiterin des Dortmunder Zoos, Stephanie Zech, hatte dem WDR Anfang August erklärt, dass die Zucht geplant gewesen sei. Die Verhütung der beiden Weibchen Zuri und Saba wurde bewusst auslaufen gelassen, damit Löwenkater Boeti beide decken konnte. Alles also mit Absicht – aber war das auch mit Artenschutzprogrammen abgestimmt?1

Genau das ist die entscheidende Frage. Wurde die Nachzucht mit Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen wie dem EEP koordiniert? Der WDR hat der Stadt Dortmund diese Fragen gestellt – und bekam als Antwort, dass man für die Beantwortung noch „ein wenig Zeit“ benötige. Auch ein Drehtermin vor Ort sei derzeit nicht möglich. Der Geschäftsführer der Freizeitbetriebe Dortmund, Ingo Buchbender, betonte zwar, dass internationale Organisationen die Vermittlung der Tiere regeln würden – welche das genau sind, ließ er jedoch offen.1

Können Besucher die Babys überhaupt sehen?

Trotz allem Ärger im Netz: Die kleinen Löwen sind natürlich trotzdem zum Dahinschmelzen süß. Wer sie im Dortmunder Zoo besuchen möchte, braucht etwas Glück – das Löwenhaus wird laut Zoo nur „gelegentlich geöffnet“. Wann genau, verrät der Zoo bewusst nicht, damit es für die Tiere nicht zu turbulent wird.1

Was bleibt?

Die Diskussion rund um die Dortmunder Löwenbabys zeigt: Zwischen niedlichem Nachwuchs für die Besucher und echtem, wissenschaftlich fundiertem Artenschutz liegt manchmal eine große Lücke. Ob der Dortmunder Zoo diese Lücke erklären kann, bleibt abzuwarten – die Antworten auf die offenen Fragen stehen noch aus. Wir bei Antenne NRW halten euch auf dem Laufenden, wenn es neue Infos gibt. Bis dahin: Bleibt gespannt – und vielleicht auch ein bisschen kritisch.1

Quellen

  1. Tagesschau/WDR: Heftige Kritik am Dortmunder Zoo – Löwenbabys wertlos für den Artenschutz?


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