Atommüll-Endlager: In NRW kommen nur noch wenige Gebiete im Norden infrage. Wir zeigen, welche Bundesländer raus sind und wie die Suche weitergeht.
Wo soll der ganze hochradioaktive Atommüll aus Deutschland eigentlich am Ende hin? Diese Frage beschäftigt Fachleute schon seit Jahren – und jetzt gibt’s ein Update, das auch für NRW spannend ist. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat die Suche weiter eingegrenzt, und wie die Tagesschau berichtet, kommen mittlerweile weniger als fünf Prozent der deutschen Landesfläche überhaupt noch infrage.
Für Nordrhein-Westfalen heißt das: fast Fehlanzeige. Laut einem Bericht von welt.de werden nur noch ganz im Norden des Bundeslandes, an der Grenze zu Niedersachsen, kleine Gebiete weiter geprüft. Der Rest von NRW ist damit praktisch raus aus dem Rennen um den Standort für das Endlager.
Neben den eingegrenzten Flächen in NRW gibt es auch ganze Bundesländer, die gar nicht mehr Teil der Suche sind. Wie die Tagesschau meldet, wurden Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen, Hamburg und das Saarland komplett aus dem Verfahren genommen. Das Saarland war schon 2020 raus, Rheinland-Pfalz folgte 2025, und in diesem Jahr kamen Sachsen, Hamburg, Berlin und Hessen dazu.
Begründet wird das mit den geologischen Voraussetzungen vor Ort: In Sachsen etwa werden die bisher als möglicherweise geeignet eingestuften Standorte nicht mehr weiter untersucht, wie welt.de berichtet. Auch in Baden-Württemberg wurde eingegrenzt – dort sind nur noch zwei Gebiete im Schwarzwald im Rennen, während der Raum Ulm und die Kurpfalz bei Heidelberg rausgefallen sind.
Nicht überall ist die Suche also schon vorbei. Nach Angaben von welt.de werden weiterhin Regionen in Thüringen und Sachsen-Anhalt untersucht. In Thüringen hat die Region um den Landkreis Sömmerda die ersten beiden Prüfschritte durchlaufen und bleibt im Verfahren, während Gebiete im Unstrut-Hainich-Kreis und im Ilmkreis rausgefallen sind. In Sachsen-Anhalt stehen Steinsalzgebiete sowie Teile des Harzes weiter auf der Liste, die Tongebiete des Landes hingegen nicht mehr.
Auch Brandenburg ist laut welt.de noch in der engeren Auswahl, mit kleineren Steinsalzgebieten in mehreren Landkreisen. Mecklenburg-Vorpommern dagegen ist größtenteils raus – nur ein Standort südöstlich von Ludwigslust wird noch weiter geprüft.
Die Grundlage für die Eingrenzung sind sogenannte repräsentative vorläufige Sicherheitsuntersuchungen. Dabei wird auf Basis vorhandener geologischer Daten geprüft, ob die hochradioaktiven Abfälle in bestimmten Gesteinsformationen sicher eingeschlossen werden können. Als mögliche Gesteinsarten gelten laut BGE Granit, Salz und Ton. Mit jedem Prüfschritt werden die Anforderungen strenger – deshalb fallen immer mehr Gebiete raus.
2020 waren noch 90 mögliche Gebiete im Gespräch, das entsprach knapp 54 Prozent der deutschen Landesfläche. Jetzt sind es weniger als fünf Prozent. Wer genau wissen will, welche Gebiete in NRW und anderswo noch im Rennen sind, kann das über den interaktiven Navigator auf der Website der BGE nachschauen.
Ganz entschieden ist aber noch nichts. Die aktuellen Arbeitsstände sind laut Tagesschau noch keine verbindlichen Ergebnisse – die Einengung auf konkrete Standortregionen soll erst Ende 2027 erfolgen. Danach prüfen Wissenschaftler und das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) die Vorschläge, bevor am Ende der Bundestag das letzte Wort hat.
Bis spätestens 2050 soll ein Endlager für rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommüll gefunden sein, der in über 60 Jahren Atomkraft in Deutschland angefallen ist. Der künftige Standort soll laut welt.de mindestens 300 Meter unter der Erde liegen, von einer mindestens 100 Meter dicken Gesteinsschicht umgeben sein und die Abfälle für mindestens eine Million Jahre sicher verwahren. Bis es soweit ist, lagert der Atommüll weiter in 16 oberirdischen Zwischenlagern bundesweit – auch hier in NRW, etwa in Ahaus.
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!