100 Autos, 200 Tuner und ein Polizeihubschrauber: Die Polizei Viersen hat ein illegales Tuning-Treffen aufgelöst, das zuvor aus den Niederlanden verlegt wurde.
Quietschende Reifen, qualmende Donuts und jede Menge PS – die Tuning-Szene in der Region hat am Wochenende für Aufsehen gesorgt. Was in den Niederlanden begann, endete mitten in einem Gewerbegebiet in Viersen – und beschäftigte die Polizei bis in die frühen Morgenstunden.1
Rund 100 Autos und etwa 200 Personen hatten sich zunächst im niederländischen Venlo versammelt, um ihre Drifting-Künste zu zeigen. Doch die Polizei dort machte dem Spaß schnell ein Ende und vertrieb die Szene. Statt nach Hause zu fahren, verlagerten die Tuner ihr spontanes Treffen kurzerhand ins benachbarte Viersen – direkt über die Grenze.1
In einem Gewerbegebiet zeigten die Fahrer dann, was ihre Autos draufhaben: Donuts fahren, also mit quietschenden Reifen Kreise drehen, bis die Reifen qualmen, ist eines der beliebtesten Manöver in der Szene. Für die Anwohner in der Nähe war das allerdings alles andere als unterhaltsam.1
Kurz vor Mitternacht liefen bei der Polizei Viersen die ersten Beschwerden wegen Lärmbelästigung ein. Die Einsatzkräfte rückten zügig an – und bekamen sogar Unterstützung aus der Luft: Ein Polizeihubschrauber begleitete den Einsatz von oben. Vor Ort kontrollierten die Beamten die Ausweise der Anwesenden und erteilten Platzverweise.1
Gegen 5 Uhr morgens war schließlich wieder Ruhe in Viersen. Ein langer Einsatz für die Polizei – und ein abruptes Ende für die Tuner-Party.1
Solche Einsätze sind kein Einzelfall in Nordrhein-Westfalen. Die Polizei geht regelmäßig gegen illegale Treffen und störendes Verhalten in der Öffentlichkeit vor. Auch abseits der Tuning-Szene beschäftigen ungewöhnliche Vorfälle die Behörden im Land: So berichteten wir in einem früheren Beitrag über einen Brandanschlag in einem Hagener Supermarkt, bei dem ein Mann Toilettenpapier anzündete – auch dort sucht die Polizei weiter nach Zeugen.2
Tuning-Treffen sind nicht per se illegal – aber wenn Fahrer Donuts auf öffentlichen oder gewerblichen Flächen drehen, Anwohner durch Lärm stören und die Polizei anrücken muss, wird’s kritisch. Die Szene bewegt sich hier ganz klar im rechtlichen Graubereich. Wer denkt, ein schneller Grenzwechsel löst das Problem, hat offensichtlich die Rechnung ohne die Polizei Viersen gemacht.1
Das Tuning-Treffen in Viersen zeigt: Die Szene ist kreativ, wenn es darum geht, Verbote zu umgehen – aber die Polizei ist schnell und gut vernetzt. Mit Hubschrauber-Support und konsequenten Platzverweisen wurde dem Treiben ein Ende gesetzt. Bleibt zu hoffen, dass die nächste Session wieder dort stattfindet, wo sie hingehört: auf legalen Veranstaltungen und Rennstrecken.
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