Die KVB-Leihbahnen sind zurück in Köln – und Bonn kämpft weiter mit dem Bahn-Chaos. Was zum Schulstart am 1. September gilt, erfährst du hier.
Schulstart in Bonn – und der ÖPNV macht weiterhin Probleme. Die kaputten Stadtbahnen der Stadtwerke Bonn (SWB) stehen noch immer in der Werkstatt, und die ausgeliehenen Bahnen der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) sind seit Mittwoch wieder zurück in Köln.1 Für viele Pendler und Schüler bedeutet das: erstmal weiter mit dem Bus. Wir sagen dir, was jetzt gilt – und was vielleicht bald besser wird.
Bis einschließlich Montag, dem 1. September, fährt zwischen Bonn Hauptbahnhof und Bad Godesberg weiterhin Bahnersatzverkehr mit Bussen. Nur am Sonntag, den 30. August, sind ausnahmsweise Stadtbahnwagen auf den Linien 16 und 63 unterwegs.1 Danach soll sich die Lage – zumindest laut SWB – verbessern.
Die Stadtwerke haben angekündigt, dass am Dienstag, dem 1. September, die Baumaßnahmen auf den Linien 16 und 18 enden sollen. Dann könnten die Bahnen wieder durchgehend bis Köln fahren. Außerdem wollen die SWB schrittweise wieder mit Bahnen fahren – wenn auch zunächst nur mit kürzeren Einzelwagen.1 Klingt nach Fortschritt, aber: Ein konkretes Versprechen ist das noch nicht.
Zur Erinnerung: Im Juli wurden 60 von insgesamt 75 Bonner Stadtbahnen aus dem Verkehr gezogen. Der Grund waren technische Mängel und Sicherheitsbedenken. Die betroffenen Bahnen stammen aus den 1980er-Jahren, einzelne Bauteile sind noch älter. Dazu kamen laut Stadtwerken verbaute Getriebeteile, die nicht original sind, sowie Dokumentationslücken.1
Eine Kölner Kanzlei soll jetzt im Auftrag der SWB prüfen, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass so viele Fahrzeuge auf einmal aus dem Verkehr gezogen werden mussten – und wie das in Zukunft verhindert werden kann.1
Ursprünglich hatte die KVB ihre Unterstützung durch 20 Bahnen für Bonn nur bis zu den Kölner Lichtern Anfang August zugesichert – und das Angebot dann sogar mit weniger Fahrzeugen verlängert. Doch jetzt sind die Leihbahnen wieder in Köln. In den Sommerferien war das aus KVB-Sicht vertretbar, weil weniger Menschen unterwegs waren. Jetzt, zum Schulstart, sieht die Rechnung anders aus.1
Sollten bis Dienstag trotzdem noch Bahnen in der Werkstatt stecken, schließt SWB-Geschäftsführerin Anja Wenmakers Busse als Ersatz – und sogar erneut geliehene KVB-Bahnen – nicht aus: „Wir behalten die Situation im Blick und passen unsere Strategie an – je nach dem, wie viele Stadtbahnen bis zum Ende der Ferienzeit freigegeben sind.“1
Damit die Busse im Ersatzverkehr wenigstens schneller vorankommen, gibt es jetzt eine neue Maßnahme: Die Taskforce Nordbrücke hat beschlossen, dass Busse auf der Kennedybrücke die Stadtbahn-Gleise nutzen dürfen – die Genehmigung dafür liegt bereits vor. Oberbürgermeister Guido Déus (CDU) kommentiert das so: „Von dieser Maßnahme verspreche ich mir eine nachhaltig wirksame Beschleunigung des Verkehrs über den Rhein.“1
Nicht nur die Fahrgäste sind genervt – auch die Politik macht Druck. Die Bonner Grünen und die SPD werfen den Stadtwerken vor, die Fahrgäste nicht ausreichend über die aktuelle Lage zu informieren.1 Angesichts eines Schulstarts mit weiterhin unklarer Bahnlage ist das eine berechtigte Kritik.
Bonn steht schon länger im Fokus – auch abseits der Bahn-Krise. In einem früheren Beitrag haben wir über eine Foto-Fahndung der Bonner Polizei berichtet, bei der drei Männer nach einer gefährlichen Körperverletzung auf der Kölnstraße gesucht werden.2 Die Stadt hat also gerade auf mehreren Ebenen alle Hände voll zu tun.
Die Lage in Bonn bleibt angespannt. Ob der Schulstart am Dienstag wirklich mit Bahnen statt Bussen klappt, ist noch nicht sicher. Die SWB verspricht Verbesserungen – aber mit Einschränkungen und vielen Wenns und Abers. Wer auf die Linien 16 oder 63 angewiesen ist, sollte auf jeden Fall etwas mehr Zeit einplanen und die aktuellen Infos der Stadtwerke Bonn im Blick behalten.
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