Ehrengräber auf dem Friedhof Melaten verfallen – die CDU Köln fordert jetzt schnelles Handeln und dauerhafte Pflege durch die Stadtverwaltung.
Ehrengräber, die überwuchert sind, Grabplatten, die verwittern – auf dem Kölner Friedhof Melaten sollen städtische Ehrengrabstätten in einem erschreckenden Zustand sein. Dombaumeisterin a.D. Barbara Schock-Werner hat in ihrer Kolumne „Auf den Punkt“ offen Kritik an diesen Zuständen geübt – und damit eine politische Debatte in Köln angestoßen.1
Denn Ehrengräber sind kein Randthema: Sie erinnern an Persönlichkeiten, die die Stadt geprägt haben, und sind lebendige Zeugnisse der Stadtgeschichte. Wenn die einfach vor sich hin verfallen, läuft definitiv etwas falsch.
Die CDU-Fraktion im Kölner Stadtrat reagiert mit deutlichen Worten auf die Kritik. Fraktionschef Bernd Petelkau macht keinen Hehl aus seiner Meinung: „Die geschilderten Zustände sind nicht hinnehmbar.“ Ehrengräber seien „Teil unserer Stadtgeschichte und Ausdruck des Respekts gegenüber Persönlichkeiten, die Köln geprägt haben. Wenn Grabstätten verwittern, überwuchern oder kaum noch erkennbar sind, wird die Stadt ihrer Verantwortung nicht gerecht.“1
Petelkau fordert, dass der für städtische Liegenschaften zuständige Dezernent William Wolfgramm „umgehend nachsteuern“ müsse – und zwar so, dass die Ehrengräber „zügig in einen würdigen Zustand versetzt und anschließend dauerhaft gepflegt werden“.1
Besonders unverständlich findet Petelkau einen anderen Aspekt der Geschichte: Die Verwaltung soll sogar freiwilliges Engagement abgelehnt haben. Barbara Schock-Werner hatte in ihrer Rolle als Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins (ZDV) angeboten, die vermoosten und verwitterten Grabplatten auf dem Ehrengrab der Familie von Wittgenstein auf eigene Initiative sanieren zu lassen – zum Beispiel durch erfahrene Steinmetzen.1
Das Grünflächenamt untersagte ihr das jedoch. Ein Angebot, das Kosten spart und gleichzeitig zeigt, wie sehr sich Menschen in Köln für ihr kulturelles Erbe einsetzen – einfach so abzuweisen, sorgt für Kopfschütteln.
Die Grabstätte der Familie von Wittgenstein auf dem Friedhof Melaten steht stellvertretend für das Problem. Die Grabplatten sind vermoost und verwittert, der Zustand wird als „erbärmlich“ beschrieben. Gerade Ehrengräber wie dieses sollten eigentlich ein würdiges Bild abgeben – schließlich übernimmt die Stadt die Verantwortung für ihre Pflege.1
Der Friedhof Melaten ist nicht irgendein Friedhof. Er ist ein Ort mit Geschichte, Kultur und Identität – für Köln und für ganz NRW. Hier liegen Persönlichkeiten begraben, die die Region und die Stadt geprägt haben. Dass solche Ehrengrabstätten verwahrlosten, ist nicht nur ein lokales Problem, sondern eine Frage des gesellschaftlichen Respekts gegenüber der eigenen Geschichte.
Jetzt liegt der Ball bei der Stadtverwaltung – und die Augen der Kölnerinnen und Kölner sind auf Dezernent Wolfgramm gerichtet. Auch der Förderverein Melaten hat sich laut Berichten zu Wort gemeldet.1 Es bleibt zu hoffen, dass die Kritik nicht im Sande verläuft – und dass die Ehrengräber auf Melaten bald wieder das bekommen, was sie verdienen: Würde und Pflege.
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