Der Streit ums Geißbockheim geht weiter: Das OVG Münster prüft erneut den Bebauungsplan für den Ausbau des Trainingszentrums des 1. FC Köln.
Köln und der Fußball – das ist eine Liebesgeschichte. Aber rund ums Geißbockheim, das Trainingszentrum des 1. FC Köln im Stadtteil Sülz, läuft seit Jahren ein zäher Rechtsstreit. Wir haben bei Antenne NRW schon über spannende Kölner Themen berichtet – zum Beispiel in einem früheren Beitrag über die Kölner Legende Hans Encke. Jetzt aber richtet sich der Blick auf den Rasen: Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster beschäftigt sich erneut mit dem Ausbau des Trainingszentrums des Fußball-Bundesligisten.1
Der 1. FC Köln möchte seine bestehende Sportanlage rund ums Geißbockheim ordentlich erweitern. Konkret geht es um drei neue Trainingsplätze, ein Funktionsgebäude und vier Kleinspielfelder – und zwar auf der sogenannten Gleueler Wiese im Kölner Grüngürtel. Klingt erstmal super für den Verein, oder? Aber Naturschützer sehen das ganz anders. Sie beklagen die Vollversiegelung der unter Denkmal- und Landschaftsschutz stehenden Grünfläche und den Verlust für die Allgemeinheit.1
Bereits im Jahr 2022 hatte das OVG den Bebauungsplan, den die Stadt Köln im Jahr 2020 aufgestellt hatte, gekippt. Der Verein zog daraufhin in Revision vor das Bundesverwaltungsgericht – und hatte Erfolg. Die Richter in Leipzig verwiesen den Streit im April 2024 zurück ans OVG nach Münster und betonten dabei: „Die Versiegelung eines geringfügigen Teils dieser Gesamtfläche ist mit ihrem Charakter als Grünfläche vereinbar.“1
In der Zwischenzeit hat sich in Köln einiges getan. Der Kölner Stadtrat hat einen Lösungsansatz auf den Weg gebracht: Eine Mehrheit der Ratsmitglieder stimmte für eine Initiative der SPD-Fraktion, die dem 1. FC Köln drei bestehende städtische Sportplätze in der Nähe des Geißbockheims als sogenannte Satellitenplätze zur Verfügung stellen will. Der Verein soll diese teils auf eigene Kosten sanieren und nutzen. Die Initiative wird jetzt von der Kölner Stadtverwaltung ergebnisoffen geprüft.1
FC-Geschäftsführer Philipp Türoff macht aber deutlich, dass das noch lange keine endgültige Lösung ist. Vor der Verhandlung in Münster sagte er der Deutschen Presse-Agentur: „Von diesen Satellitenplätzen steht uns bis heute noch keiner zur Verfügung. Darüber hinaus bleiben in der sportlichen und logistischen Praxis ausgelagerte Plätze mit täglichen Shuttle-Fahrten für unsere Nachwuchs- und Frauenteams ein enorm kräftezehrender Kompromiss.“1
Eigentlich wollte sich das OVG schon im Juni erneut mit dem Fall befassen – doch der Termin wurde kurzfristig abgesagt. Der Grund: Die Naturschützer hatten ein neues Gutachten vorgelegt. Stadt und der 1. FC Köln bekamen danach die Gelegenheit, dazu Stellung zu beziehen. Das Gericht selbst hat kein neues Gutachten in Auftrag gegeben, wie OVG-Sprecherin Gudrun Dahme mitteilte. Stattdessen wird auf den bereits im Bebauungsplanverfahren tätigen Gutachter verwiesen.1
Und übrigens: Die vom Stadtrat vorgeschlagene Lösung mit den Satellitenplätzen spielt für die eigentliche Rechtsfrage – ob der Bebauungsplan wirksam ist – laut OVG-Pressestelle keine Rolle.1
Für den Verein steht bei diesem Urteil viel auf dem Spiel. Türoff brachte es auf den Punkt: „Die Gleueler Wiese ist und bleibt die bisher einzige vollumfängliche, Geißbockheim-nahe Lösung für den FC mit gleichzeitig erheblichem Mehrwert für den Kölner Breitensport. Deshalb hat die Verhandlung am Freitag für unsere Zukunft weiterhin eine herausragende Bedeutung. Wir erhoffen uns nach jahrelanger Hängepartie endlich rechtsstaatliche Klarheit für den Kölner Sport.“1
Der Streit ums Geißbockheim ist also noch lange nicht vorbei. Ob das OVG in Münster diesmal Klarheit schafft oder der Rechtsstreit erneut eine weitere Runde dreht – wir halten euch bei Antenne NRW auf dem Laufenden!
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