Nach der Halloween-Demo in Münster eskalierten Gen-Z-Proteste in NRW: Wasserwerfer in Köln, Pyrotechnik in Düsseldorf und Bonn – der Überblick zu allen Städten.
Erst Münster, jetzt der Westen: Nachdem die Halloween-Demo von „Gen Z regelt“ in Münster laut einem früheren Beitrag mit rund 1.700 Teilnehmenden noch größtenteils friedlich über die Bühne ging, sah es am Samstag, den 31. Oktober 2026, in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen schon anders aus. Wie lokalklick.eu berichtet, brachten die bundesweiten Proteste der Initiative auch in Bonn, Wuppertal, Essen, Duisburg, Düsseldorf und Köln zahlreiche Menschen auf die Straße. Im Mittelpunkt standen Forderungen gegen Missstände im Bildungssystem, soziale Ungerechtigkeit, steigende Lebenshaltungskosten, aus Sicht der Demonstrierenden unzureichenden Klimaschutz sowie die Debatte um eine mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht.
Während in Wuppertal rund 500 Menschen laut Polizeiangaben friedlich und störungsfrei durch die Stadt zogen, lief es in Bonn deutlich unruhiger. Dort versammelten sich zunächst rund 500 Personen im Hofgarten, obwohl keine Versammlungsanzeige vorlag. Aus einer Gruppe heraus wurde Pyrotechnik gezündet, später kam es laut lokalklick.eu zu Faustschlägen gegenüber Polizeibeamten, ein Beamter wurde leicht verletzt. Die Polizei löste die Versammlung am Zentralen Omnibusbahnhof schließlich auf.
In Essen beteiligten sich in der Spitze rund 3.500 Menschen am Demonstrationszug durch die Innenstadt. Die Polizei registrierte fünf Fälle von gezündeter Pyrotechnik und drei Anzeigen wegen Beleidigung, bewertete den Verlauf laut lokalklick.eu aber insgesamt als weitgehend störungsfrei. In Duisburg-Hamborn verlief die Versammlung mit rund 200 Teilnehmenden fast ohne Zwischenfälle, lediglich eine strafrechtlich relevante Parole führte zu einer Anzeige und Ermittlungen des Staatsschutzes.
In Düsseldorf zogen in der Spitze rund 2.500 Menschen über die Königsallee, die von einer Rednerin als „Bonzenallee“ bezeichnet wurde. Der Zug geriet laut lokalklick.eu zwischenzeitlich ins Stocken, weil eine falsche Route eingeschlagen wurde. Ein Polizeibeamter wurde mit Pyrotechnik beworfen, ein Strafverfahren wurde eingeleitet. Nach Ende der Kundgebung am Johannes-Rau-Platz warfen Unbekannte zudem von der Rheinkniebrücke Pyrotechnik auf ehemalige Teilnehmende, zwei Tatverdächtige konnten identifiziert werden.
Die schwersten Zwischenfälle ereigneten sich in Köln, wo der Veranstalter ursprünglich mit rund 15.000 Teilnehmenden gerechnet hatte. Schon während der Kundgebung am Konrad-Adenauer-Ufer vermummten sich einzelne Personen und zündeten Pyrotechnik, weshalb der geplante Demonstrationszug ausfiel. Nach dem offiziellen Ende der Kundgebung kam es laut lokalklick.eu zu Angriffen auf Einsatzkräfte, woraufhin die Polizei Wasserwerfer einsetzte. Mehrere hundert Personen wurden im Bereich Thürmchenswall kontrolliert, ein Polizeibeamter erlitt eine Handverletzung und war nicht mehr dienstfähig. Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren ein, unter anderem wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und schweren Landfriedensbruchs. Bis zum Stand von Samstagabend, 20.30 Uhr, kam es nach Polizeiangaben aber weder zu Plünderungen noch zu größeren Sachbeschädigungen.
Im Vergleich zur Halloween-Demo in Münster, die trotz zweier Anzeigen insgesamt ruhig verlief, zeigte sich am 31. Oktober in mehreren Städten des Westens ein deutlich unruhigeres Bild. Während Wuppertal, Duisburg und Essen weitgehend friedlich blieben, sorgten Bonn, Düsseldorf und vor allem Köln für die größten Einsätze der Polizei an diesem Tag.
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