Wesel feierte das 31. Historische Hansefest mit Hansemeile, Fackelumzug und über 50 Händlern auf dem Mittelaltermarkt.
Vom 23. bis 25. Oktober 2026 hat sich Wesel zum 31. Mal in eine waschechte Mittelalterstadt verwandelt. Drei Tage lang drehte sich in der Innenstadt alles um Handel, Handwerk und die große Hanse-Geschichte der Stadt. Wie radiokw.de berichtet, stand die Innenstadt ganz im Zeichen der Hanse-Zeit – mit Gauklern, Musikern und jeder Menge historischem Flair.
Zwischen Brückstraße und Kreuz-/Korbmacherstraße präsentierten sich auf der Hansemeile Hansestädte aus dem In- und Ausland. Mit dabei: Leckereien wie Salzwedeler Baumkuchen oder Wurstspezialitäten aus Mühlhausen. Laut mittelaltermarkt.online erinnert die Hansemeile damit an die weitreichenden Handelsverbindungen, die Wesel während seiner Blütezeit als Hansestadt unterhielt. Kein Wunder, immerhin trat die Stadt schon 1407 der Hanse bei – nachdem sie 1241 die Stadtrechte erhalten hatte. Damals bestanden Handelsbeziehungen bis nach London, Stralsund, Danzig, Reval, Riga und Bergen.
Geöffnet war das Fest freitags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Für den Samstag werden laut mittelaltermarkt.online unterschiedliche Schlusszeiten genannt, wobei die Veranstaltungsplanung von 10 bis 20 Uhr ausgeht. Der Eintritt war an allen drei Tagen kostenlos.
Das absolute Highlight des Wochenendes war der historische Umzug am Samstagabend. Ab 18.30 Uhr zogen Gaukler, Musiker und Fackelträger vom Berliner Tor zum Großen Markt – zwei der zentralen Schauplätze des Festes. Das Berliner Tor, ein barockes Stadttor, beherbergt heute auch das Hanseforum, das sich mit der historischen und modernen Hansegeschichte Wesels beschäftigt. Am Großen Markt wiederum erinnern die rekonstruierte historische Rathausfassade und der nahe Willibrordi-Dom an die einstige Bedeutung der Stadt. Die gotische Schmuckfassade des Rathauses, im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde übrigens erst 2011 wieder aufgebaut.
Zwischen Hohe Straße und Berliner Tor erstreckte sich der Historische Bauern- und Mittelaltermarkt. Mehr als 50 Händler aus dem In- und Ausland boten dort ihre Waren an – von historischen Gewandungen über Lederwaren bis hin zu Schmuck aus Silberbesteck. Auch Kräuter und Handwerkskunst gehörten zum Sortiment. Musiker und Gaukler zogen währenddessen durch die Innenstadt und sorgten für mittelalterliche Stimmung zwischen den Marktständen.
Organisiert wurde das Fest von der Weseler Hanse-Gilde gemeinsam mit der Stadt und der Kaufmannschaft. Die Gilde gestaltet laut radiokw.de seit Jahrzehnten das Berliner Tor als zentralen Treffpunkt des Festes. Am Sonntag gab es übrigens noch einen zusätzlichen Grund zum Bummeln: einen verkaufsoffenen Sonntag in der Weseler Innenstadt, wie mittelaltermarkt.online berichtet.
Wesel ist Kreisstadt des gleichnamigen Kreises und liegt am Niederrhein. Zum 31. März 2026 zählte die Stadt rund 60.800 Einwohner. Ihre Entwicklung wurde maßgeblich durch die Lage an Rhein und Lippe geprägt, die schon im frühen Mittelalter den Handel beflügelte. Die Herstellung und der Handel mit Tuchen gehörten zu den wichtigsten Grundlagen des damaligen Wohlstands. 1980 trat Wesel zudem der Neuen Hanse bei und knüpfte damit offiziell an die historische Tradition des europäischen Städtenetzwerks an. Das Historische Hansefest ist damit weit mehr als nur ein buntes Stadtfest – es ist gelebte Stadtgeschichte zum Anfassen.
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