Immuntherapie als 4. Säule in der Krebstherapie: Chancen, Abläufe und Entwicklungen im Überblick.
Immuntherapie hat sich in den vergangenen Jahren als vierte Säule der Krebstherapie neben Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie etabliert. Grundlegend ist dabei der Ansatz, das körpereigene Immunsystem gezielter gegen Tumorzellen einzusetzen. Das Onkologische Zentrum des Brüderkrankenhauses St. Josef Paderborn zählt zu den erfahrenen Einrichtungen auf diesem Gebiet.
Die Entdeckung, dass die Aufhebung bremsender Mechanismen im Immunsystem dessen Abwehrkraft gegen Krebs steigern kann, wurde mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Checkpoint-Inhibitoren, als moderne Immuntherapeutika, hemmen gezielt Bremsmoleküle, sodass Immunzellen Tumorzellen effektiver angreifen können. Diese Medikamente werden beim Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn individuell als Infusion verabreicht. (Christliches Klinikum Paderborn)
Die Therapie erfolgt ambulant und kann dauerhaft, alle zwei bis vier Wochen verabreicht werden, solange sie wirkt und keine nicht vertretbaren Nebenwirkungen auftreten. Viele Patienten empfinden sie, im Vergleich zu klassischen Chemotherapien, als sehr gut verträglich. Insbesondere bei Tumoren mit schlechter Prognose, wie schwarzer Hautkrebs oder Lungenkrebs, zeigt die Immuntherapie in zahlreichen Fällen lebensverlängernde Effekte.
Seit 2011 stehen verschiedene Medikamente dieser neuen Generation zur Verfügung. Mit der Zulassung von Checkpoint-Inhibitoren wurde das Behandlungsangebot bei Krebs maßgeblich erweitert. Die Therapiearten und Dosierungen werden permanent nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst und exakt auf die Patienten abgestimmt.
Im Onkologischen Zentrum des Brüderkrankenhauses St. Josef Paderborn wird die Immuntherapie täglich eingesetzt. 2018 wurden dort bereits 139 Patienten mit knapp 1.000 individuell abgestimmten Infusionen behandelt. Die Klinik bringt auch Erfahrung aus der Teilnahme an klinischen Studien mit und setzt auf eine interdisziplinäre Abstimmung im Team, sodass jedes Behandlungskonzept im Rahmen fachübergreifender Tumorkonferenzen beschlossen wird.
Die Forschung entwickelt sich stetig weiter. Neue Ansätze kombinieren Immuntherapeutika mit Chemotherapie oder Strahlentherapie, bei ersten Studien liegen bereits positive Ergebnisse vor. Dennoch spricht nicht jeder Tumor gleich gut auf die Behandlung an, sodass individuelle Eignung und regelmäßige Anpassungen Grundpfeiler der modernen Onkologie bleiben.
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