Kabelklau an Ladesäulen: Wie der Kupferdiebstahl Betreibern Millionen kostet – Entwicklungen und Maßnahmen.
Der Diebstahl von Ladekabeln an öffentlichen Ladesäulen ist zu einem ernsthaften Problem geworden. Täter haben es dabei auf das Kupfer in den Schnellladekabeln abgesehen. Obwohl der Materialwert meist nur 30 bis 50 Euro beträgt, entstehen den Betreibern Schäden in Millionenhöhe. Besonders betroffen sind Regionen wie Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, der Raum Hannover und Leipzig. NDR Info
Allein der Ladesäulenbetreiber EnBW meldete im Jahr 2025 über 900 gestohlene Kabel. Die Reparaturkosten pro Kabel können zwischen 3.000 und 5.000 Euro liegen, da nicht nur das Kabel ersetzt, sondern die gesamte Ladesäule neu geeicht werden muss. Während Diebe nur einen geringen Erlös erzielen, muss der Betreiber Ausfallzeiten, Reputationsverlust und Umsatzverluste hinnehmen. Hersteller wie Alpitronic berichten von bis zu 20 Diebstählen täglich. Auch Anbieter wie Allego und EWE Go bestätigen diesen Trend. NDR Info
Die Täter agieren meistens nachts und schlagen vor allem auf Parkplätzen zu, häufig mit simplen Werkzeugen wie einer Gartenschere. Im Visier stehen ausschließlich Schnellladesäulen, deren dicke Kabel mehr Kupfer enthalten. Laut Polizei gestaltet sich die Ermittlung oft als mühsam und schwierig. Zwar können gestohlene Kabel nach Kontrollen vereinzelt gesichert werden, der Nachweis der Tat bleibt aber problematisch. Bislang führt jede Polizeidienststelle eigene Ermittlungen, eine zentrale Erfassung gibt es nach Angabe des LKA nicht. NDR Info
Nordrhein-Westfalen gilt als einer der Hotspots für den Kabeldiebstahl an Ladesäulen. Die Polizei bittet Bürger, insbesondere nachts, verdächtige Aktivitäten an Ladesäulen zu melden. Einzelne Täter konnten bereits festgenommen und zur Rechenschaft gezogen werden. Branchenvertreter fordern, den Kabelklau als Angriff auf die kritische Infrastruktur zu ahnden. NDR Info
Hersteller und Betreiber arbeiten an verschiedenen technischen Lösungen gegen Kabeldiebstahl. Dazu zählen smarte Alarmsysteme, die bei Kabeltrennung sofort Alarm auslösen, Kabel mit Farbpatronen, eine besonders robuste Ummantelung aus Kevlar oder eingebaute Drahtseile sowie flüssigkeitsgekühlte Kabel mit weniger Kupferanteil. Auch GPS-Tracker kommen teilweise zum Einsatz. Trotz dieser Maßnahmen ist das Problem bislang nicht gelöst, die Branche sucht weiter nach tragfähigen Lösungen für die Elektromobilität der Zukunft. NDR Info
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