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Köln: 100-jährige Lilly Rostock soll Wohnung verlassen – Familie kämpft
11. Juni 2026

Köln: 100-jährige Lilly Rostock soll Wohnung verlassen. Familie kämpft gegen Räumung und hofft auf Verbleib. Hintergrund und Ausblick.

Die Kölnerin Lilly Rostock, 100 Jahre alt, steht vor einer für sie und ihre Angehörigen dramatischen Situation: Sie soll nach Jahrzehnten ihre Wohnung in der Feltenstraße verlassen. Die geplante Räumung sorgt bei der Familie für große Sorge und Widerstand.

Worum es geht

Lilly Rostock wohnt seit 1969 in einer Wohnung im dritten Stock in der Feltenstraße, einem Haus, das ursprünglich für belgische Offiziere errichtet wurde. Trotz ihres hohen Alters, Demenz und Pflegebedarfs erhielt sie im Februar 2025 die Kündigung durch die Eigentümerin WS Immobilien Verwaltungs GmbH & Co KG. Zum Zeitpunkt der Kündigung war bereits klar, dass das Gebäude sowie die Nachbarhäuser abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden sollen. Die Kündigung gilt zum 30. November 2025.

Die wichtigsten Fakten

Lilly Rostock wird seit Jahren von ihrer Tochter Brigitte zuhause gepflegt, die dafür wieder in die Familienwohnung gezogen ist. Nach dem Erhalt der Kündigung legte die Familie Widerspruch ein, woraufhin die Eigentümerin eine Räumungsklage einreichte. Als Grund für den Abriss nennt die Eigentümerin, dass Neubauten mit 26 barrierefreien und energieeffizienten Wohnungen entstehen sollen. Ein Ersatzwohnungsangebot in direkter Nähe wurde der Familie unterbreitet, dieses wurde jedoch nicht angenommen, da die konkrete Eignung für Mutter und Tochter nicht erwiesen war und ein Umzug als unzumutbare Belastung angesehen wird.

Hintergrund

Die Familie Rostock lebt laut eigenen Angaben seit mindestens 56 Jahren in der Feltenstraße. Neben ihnen gibt es nur noch wenige alteingesessene Mieter in den Häusern 2–6 – viele andere sind bereits ausgezogen oder hatten befristete Mietverträge. Kritisch sieht die Familie auch das Vorgehen des Eigentümers, dem sie vorwerfen, den Abriss aus rein wirtschaftlichen Gründen zu betreiben, obwohl die Häuser laut Aussage des Sohnes Karl-Heinz Rostock „gut in Schuss“ seien.

Einordnung für NRW

Der Fall zeigt beispielhaft die Herausforderungen für Senioren und deren Familien auf einem angespannten Wohnungsmarkt, wie er auch in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens zu beobachten ist. Die juristische Auseinandersetzung mit der Eigentümerin wird unter anderem geführt, weil der Anwalt der Familie die Meinung vertritt, ein Umzug sei für hochbetagte und körperlich beeinträchtigte Menschen eine „unzumutbare Härte“. Die schwierige Marktsituation verschärft das Problem, da bezahlbarer und altersgerechter Ersatzwohnraum schwer zu finden ist.

Ausblick

Wie es für Lilly Rostock weitergeht, bleibt ungewiss. Ihre Familie setzt auf eine gerichtliche Entscheidung, die ihrem Verbleib in der vertrauten Umgebung Priorität einräumt. Die übrigen Wohnungen in der Feltenstraße sind zum Teil bereits leer – viele Nachbarn sind schon ausgezogen. Der Ausgang des Rechtsstreits wird mit Spannung erwartet und könnte Signalwirkung für vergleichbare Fälle im Land haben.

Lilly Rostock mit Familie

Quellen

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