Stolpersteine in Würselen: Die Stadt erinnert mit Gedenktafeln an Opfer des NS-Regimes. Ein Projekt für gelebte Erinnerungskultur.
Die Stadt Würselen erinnert mit sogenannten Stolpersteinen an das Schicksal der Verfolgten des NS-Regimes. Die quadratischen Messingtafeln werden im Gehweg vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der Opfer eingelassen und sind Teil eines europaweiten Erinnerungsprojekts.
Stolpersteine sind eine Initiative des Künstlers Gunter Demnig, die 1992 begann. Sie halten die Erinnerung an Juden, politisch Verfolgte, psychisch Kranke, Homosexuelle und Zwangsarbeiter wach, die durch das NS-Regime verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Tod getrieben wurden. In Würselen gibt es mehr als 30 solcher Gedenksteine, die maßgeblich von Bürgerinnen und Bürgern finanziert wurden. Die Steine sind Teil des größten dezentralen Mahnmals der Welt und seit 2006 in Deutschland als Marke geschützt, seit 2013 auch europaweit (Stadt Würselen).
Die Verlegung der Stolpersteine in Würselen basiert auf dem Engagement des Arbeitskreises „Kein Vergessen“. Seit 2006 leistet dieser Arbeitskreis einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur, um an die Gräueltaten der NS-Zeit und ihre Opfer dauerhaft zu erinnern. Verschiedene Organisationen und Bürgerinitiativen, wie das Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit der Städteregion Aachen (BZPG), übernehmen Patenschaften für die Steine und sorgen für ihre Pflege und Sichtbarkeit im Stadtbild.
Nordrhein-Westfalen ist ein Schwerpunktland für das Projekt Stolpersteine: Über 18.000 dieser Gedenksteine sind in NRW installiert. Der WDR hat eine App entwickelt, die Menschen die Geschichte der einzelnen Stolpersteine durch Kurzbiographien, Hörspiele und digitale Routen näherbringt. Damit werden Erinnerung und Aufklärung miteinander verknüpft und gerade jungen Menschen neue Zugänge zur Geschichte geboten (Stadt Würselen).
Die Erinnerungsarbeit in Würselen lebt von Veranstaltungen, Patenschaften und aktiver Beteiligung der Bevölkerung. Zuletzt übernahm das BZPG erneut eine Patenschaft für einen Stolperstein – ein Beispiel für fortlaufendes Engagement. Neue Technologien wie die digitale Stolperstein-App eröffnen zusätzliche Möglichkeiten, die Erinnerungskultur auch künftig lebendig zu halten.
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