Lithium-Ionen-Akkus richtig entsorgen: Brände in Müllbetrieben vermeiden und Schäden reduzieren.
Lithium-Ionen-Akkus sind aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Bei falscher Entsorgung können sie jedoch erhebliche Risiken darstellen – von Bränden in Müllentsorgungsbetrieben bis zu hohen finanziellen Schäden. tagesschau hat das Problem beleuchtet.
Wer Lithium-Ionen-Akkus über den Hausmüll entsorgt, riskiert Brände. Beim Zerkleinern des Abfalls können Kurzschlüsse entstehen, die häufig unbemerkt zu Feuer führen. In Deutschland gibt es laut Experten der Entsorgungsbranche rund 30 Brände pro Tag, die auf falsch entsorgte Akkus zurückzuführen sind. Besonders gefährlich sind kleine Akkus aus Zahnbürsten, Kopfhörern oder E-Zigaretten, die im Restmüll landen.
In Entsorgungsbetrieben ist in jeder Sortierhalle automatische Löschtechnik installiert, die bei erhöhter Temperatur aktiviert wird. Der finanzielle Aufwand hierfür ist hoch – Löschkanonen kosten bis zu eine Million Euro pro Halle.
Lithium-Ionen-Akkus befinden sich heute in vielen Elektrogeräten. Sie werden fälschlicherweise oft nicht über die vorgesehenen Sammelstellen oder den Fachhandel zurückgegeben. Brände entstehen meist dann, wenn Akkus beim Sortieren beschädigt werden und es zu einem Kurzschluss kommt. Durch unsachgemäße Entsorgung sind deutschlandweit jährliche Schäden in Höhe von etwa einer Milliarde Euro entstanden. Versicherer ziehen sich zunehmend zurück, kleinere Entsorgungsfirmen fürchten um ihre Existenz (tagesschau).
Besonders betroffen sind Entsorgungsbetriebe in Nordrhein-Westfalen, wie ein Vorfall im Mai im Swissal zeigt. Hier kam es zu einem Brand nach der Entsorgung eines Akkus im Hausmüll. Das Müllaufkommen aus Regionen wie dem Ruhrgebiet und Münsterland landet etwa im Lippewerk in Lünen, wo die Brandgefahr ein tägliches Problem darstellt (tagesschau).
Für Lösungen werden verschiedene Wege diskutiert. Der NRW-Umweltminister brachte einen finanziellen Pfand auf Lithium-Batterien ins Spiel, um unsachgemäße Entsorgung unattraktiv zu machen. Ein aktueller Gesetzentwurf auf Bundesebene sieht vor, dass Einweg-E-Zigaretten an allen Verkaufsstellen zurückgenommen werden müssen, um Brände durch deren Batterien zu verhindern. Für viele weitere Geräte fehlt aber weiterhin eine praktikable Lösung.
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