Neue Bewegung beim Rheinbad in Köln: Die FDP/KSG-Fraktion fordert eine Machbarkeitsstudie – mit Blick auf Paris als Vorbild. Was dahintersteckt.
Hochsommer, Hitze, Kölner Rheinufer – und trotzdem Badeverbot. Wer das kennt, weiß: Die Menschen springen trotzdem rein. Genau das ist auch der Ausgangspunkt für einen neuen politischen Vorstoß, über den wir in einem früheren Beitrag zur Kölschen Riviera bereits berichtet haben. Jetzt gibt es frischen Wind in der Debatte – und konkrete Forderungen aus der Politik.2
Torsten Ilg von der FDP/KSG-Fraktion in der Bezirksvertretung Rodenkirchen macht Druck: „Ein pauschales Badeverbot wird in der Realität nicht funktionieren. Die Menschen werden bei zunehmender Hitze trotzdem in den Rhein gehen.“ Statt weiter auf Verbote zu setzen, fordert er eine Machbarkeitsstudie – ergebnisoffen und gemeinsam mit Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA), DLRG, Bezirksregierung und wissenschaftlichen Einrichtungen.1
Das Überraschende daran: Laut einer Verwaltungsantwort schließt die Kölner Stadtverwaltung ein Rheinbad nicht grundsätzlich aus – das Thema wurde bislang schlicht nie wirklich systematisch unter die Lupe genommen.1 Und das, obwohl die Hürden enorm sind. Ein kurzer Überblick, was laut WSA und DLRG alles auf dem Weg zu einem sicheren Rheinbad wartet:
Eine bauliche Abtrennung von Buhnenfeldern ist laut WSA übrigens keine Option: Die Buhnen regulieren den Strom, Eingriffe könnten Erosion auslösen und die Schifffahrt beeinträchtigen.1 Als mögliche Alternative nennt das WSA ein Badeschiff – auch wenn damit die grundsätzlichen Standort- und Pegelprobleme nicht vom Tisch sind.1
In der Kölner Debatte taucht immer wieder Paris auf, und das nicht ohne Grund. Für die Nutzung der Seine als Wettkampf- und späteres Badegewässer hat die französische Hauptstadt massiv investiert: Kläranlagen, Abwassersysteme, Regenrückhaltung, engmaschiges Wasserqualitäts-Monitoring und die Vermeidung ungeklärter Einleitungen bei Starkregen – das alles war Teil eines integrierten Ansatzes.1
Übertragbar auf Köln? Grundsätzlich ja – aber nur mit substanziellen Investitionen und enger Abstimmung mit den Behörden. Ilg und die FDP/KSG-Fraktion wollen deshalb keinen schnellen Schnellschuss, sondern einen „seriösen Check“: „Wir fordern kein schnelles Millionenprojekt, sondern eine Machbarkeitsstudie“, heißt es aus der Fraktion.1 Auch europäische Beispiele wie Zürich wurden bereits als Inspiration angeführt.2
Der Antrag der FDP/KSG-Fraktion zielt darauf ab, dass Köln einen Prüfauftrag auf den Weg bringt – gemeinsam mit allen relevanten Akteuren. Das Ziel ist eine detaillierte Analyse statt eines überhasteten Projekts.1 Ob daraus irgendwann wirklich ein Rheinbad wird, ist noch völlig offen. Aber immerhin: Die Diskussion ist endlich dort angekommen, wo sie hingehört – in der echten politischen Prüfung.2
Bleibt abzuwarten, ob Köln den Mut aufbringt, diesen Schritt zu gehen. Eines ist sicher: Bei den nächsten Hitzewellen werden die Kölner*innen die Antwort nicht abwarten – die springen einfach rein. 🌊
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