1,9 Millionen Menschen in NRW erhielten 2025 Mindestsicherung – weniger als im Vorjahr, doch bei Älteren steigt die Zahl schon seit fünf Jahren.
Weniger Menschen in NRW sind auf staatliche Unterstützung angewiesen – das ist erstmal eine gute Nachricht. Laut IT.NRW, dem Statistischen Landesamt, haben zum Jahresende 2025 rund 1,9 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen Leistungen der sozialen Mindestsicherung bekommen. Das klingt erstmal nach viel, ist aber etwa jeder Neunte – also 10,6 % der Bevölkerung. Und das sind rund 84.000 Menschen bzw. 4,2 % weniger als noch ein Jahr zuvor.
Am stärksten gesunken ist die Zahl bei Kindern (–7,3 %) und bei nichtdeutschen Leistungsbeziehenden (–7,2 %). Klingt nach echtem Fortschritt, oder? Aber Moment, hier kommt der Haken an der Sache.
Während die Gesamtzahl runtergeht, steigt sie bei einer Gruppe weiter: den Älteren. Menschen ab, die Mindestsicherungsleistungen beziehen, sind leicht um 0,6 % gestiegen. Noch deutlicher wird’s bei der Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung: Die ist mit +3,0 % bzw. +5.975 Personen bereits das fünfte Jahr in Folge gewachsen – mittlerweile sind 201.940 Menschen in NRW darauf angewiesen. Das ist schon ein Trend, der zu denken gibt.
Der stärkste Rückgang zeigt sich dagegen bei den Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, hier sank die Zahl um satte 20,3 % bzw. 18.000 Personen. Auch beim Bürgergeld gab’s ein Minus von 4,6 % bzw. 71.600 Empfängerinnen und Empfängern. Übrigens: Gut ein Drittel der Menschen, die Bürgergeld oder Asylbewerberleistungen bekommen, war minderjährig.
Schaut man sich die einzelnen Städte und Gemeinden an, gibt’s riesige Unterschiede. Die höchste Mindestsicherungsquote hat laut IT.NRW Gelsenkirchen mit 21,3 % – da ist jede fünfte Person auf diese Leistungen angewiesen. Dortmund, Essen und Gladbeck folgen mit über 17 %.
Am anderen Ende der Skala steht der Kreis Borken: In den Gemeinden Südlohn (3,1 %), Heek (3,3 %) und Raesfeld (3,4 %) ist die Quote deutlich niedriger. Auch Nettersheim im Kreis Euskirchen liegt mit 3,4 % im unteren Bereich.
Insgesamt ist die Mindestsicherungsquote gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte auf 10,6 % gesunken. Schaut man sich die letzten zehn Jahre an, schwankte die Quote immer zwischen 11,0 und 12,0 %. Den Höchststand gab’s 2016 mit 12,0 % bzw. 2,15 Millionen betroffenen Menschen in NRW.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur tixio.de, die über die Zahlen von IT.NRW berichtete, bestätigt sich damit der Gesamttrend: weniger Menschen in der Mindestsicherung, aber eben nicht in jeder Altersgruppe gleich.
Die Zahlen von IT.NRW zeigen ein zweigeteiltes Bild: Insgesamt sinkt die Zahl der Menschen, die auf soziale Mindestsicherung angewiesen sind – vor allem bei Kindern und beim Bürgergeld ist der Rückgang spürbar. Gleichzeitig wächst aber die Zahl der älteren Menschen, die Grundsicherung im Alter brauchen, schon seit fünf Jahren in Folge. Ein Trend, den man im Blick behalten sollte, wenn man über die soziale Lage in NRW spricht.
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