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SPD will mit Jochen Ott gegen Wüst antreten: Das steckt dahinter
2. November 2026

Jochen Ott soll die SPD als Spitzenkandidat in die NRW-Landtagswahl 2027 führen und Hendrik Wüst herausfordern.

Jochen Ott soll es richten

Die NRW-SPD macht ernst: Jochen Ott, Chef der SPD-Landtagsfraktion, soll die Sozialdemokraten bei der Landtagswahl 2027 als Spitzenkandidat anführen. Wie das Handelsblatt berichtet, hat das Parteipräsidium dem Landesvorstand den 51-jährigen Kölner einstimmig zur Nominierung vorgeschlagen. Offiziell gekürt werden soll Ott dann bei einem Aufstellungsparteitag der NRW-SPD am 13. Juni.

Der ehemalige Oberstudienrat hat sich in den letzten Jahren einen Namen als angriffslustiger Kritiker der schwarz-grünen Landesregierung gemacht. Jetzt soll er aus der Oppositionsrolle raus und als Herausforderer von CDU-Ministerpräsident Hendrik Wüst antreten. Wüst regiert seit Oktober 2021, seit 2022 führt er das erste schwarz-grüne Bündnis in NRW. Die CDU selbst will laut Handelsblatt ihren eigenen Spitzenkandidaten erst im kommenden Jahr nominieren – die SPD ist also deutlich früher dran.

Schwere Aufgabe für die Genossen

Ganz easy wird das für Ott aber nicht. Die SPD ist seit 2017 nicht mehr an der Regierung in NRW beteiligt und kassiert seit Jahren historische Tiefstände in dem Bundesland, das früher mal als echtes SPD-Stammland galt. Ein Blick auf die Zahlen zeigt das ziemlich deutlich: Bei der Landtagswahl 2022 kam die SPD nur noch auf 26,7 Prozent und 56 Sitze – mit Thomas Kutschaty als Spitzenkandidat. Zum Vergleich: In den 80er-Jahren unter Johannes Rau holte die Partei noch über 50 Prozent.

Laut Wikipedia ist die NRW-SPD trotz der schwächeren Wahlergebnisse mit rund 83.500 Mitgliedern nach wie vor der mitgliederstärkste Landesverband der Bundespartei. Im Landtag stellt sie mit 56 Abgeordneten aktuell die größte Oppositionsfraktion. Aktuelle Parteivorsitzende sind Sarah Philipp und Achim Post, die den Landesverband seit August 2023 gemeinsam führen.

Von Rau bis Kraft: Die SPD-Geschichte in NRW

Dass NRW mal SPD-Land war, zeigt ein Blick zurück: Von Fritz Steinhoff über Heinz Kühn und Johannes Rau bis hin zu Wolfgang Clement, Peer Steinbrück und zuletzt Hannelore Kraft stellte die SPD über Jahrzehnte hinweg immer wieder den Ministerpräsidenten. Rau selbst holte 1985 sogar über 52 Prozent der Stimmen. Seitdem ging es aber eher bergab – ein Trend, den Ott jetzt stoppen soll.

Der Landesverband organisiert sich übrigens in vier Regionen: Westliches Westfalen, Niederrhein, Mittelrhein und Ostwestfalen-Lippe, mit insgesamt 54 Unterbezirken und rund 1.100 Ortsvereinen im ganzen Land.

Was jetzt kommt

Mit der Nominierung von Jochen Ott ist der Startschuss für den SPD-Wahlkampf in NRW gefallen. Die Landtagswahl steht laut Handelsblatt im Frühling 2027 an. Bis dahin hat Ott noch einiges an Zeit, um sich als echte Alternative zu Wüst zu positionieren – klar ist aber auch: Angesichts der Wahlergebnisse der letzten Jahre wird das kein Spaziergang.

Quellen


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