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Spritpreisbremse 2026: So tankt ihr jetzt am günstigsten in NRW
19. September 2026

Seit April 2026 gilt die Spritpreisbremse: Tanken kurz vor 12 Uhr ist jetzt am günstigsten. Alle Tipps zum neuen Kraftstoffpreisanpassungsgesetz für NRW.

Seit dem 1. April 2026 hat sich an der Zapfsäule einiges verändert – und wer nicht aufpasst, zahlt locker 18 Cent pro Liter zu viel. Die neue Spritpreisbremse hat die Spielregeln fürs Tanken komplett umgeschrieben. Was ihr jetzt wissen müsst, um das Maximum aus jedem Tankstop rauszuholen.

Das Kraftstoffpreisanpassungsgesetz – was steckt dahinter?

Der Bundestag hat am 26. März 2026 das sogenannte Kraftstoffmaßnahmenpaket beschlossen. Wie der Deutsche Bundestag berichtet, stimmten die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD sowie Bündnis 90/Die Grünen für das Gesetz – AfD und Linke lehnten es ab. Seit dem 1. April 2026 gilt damit eine klare Regel: Tankstellen dürfen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen, und zwar genau um 12 Uhr mittags. Preissenkungen hingegen sind weiterhin jederzeit erlaubt. Verstöße können laut Bundesrats-Drucksache 174/26 mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro geahndet werden.

Das Modell stammt aus Österreich, wo es seit mehr als 15 Jahren gilt. Zusätzlich wurde das Kartellrecht verschärft: Das Bundeskartellamt bekommt mehr Befugnisse, um gegen marktbeherrschende Unternehmen vorzugehen. Bei stark steigenden Preisen müssen die Unternehmen künftig selbst nachweisen, dass ihre Preissteigerungen sachlich gerechtfertigt sind – die Beweislast dreht sich also um.

In der Bundestagsdebatte hatte CDU-Abgeordneter Sepp Müller die Hintergründe so beschrieben: Mineralölkonzerne hätten nicht erklären können, warum Spritpreise sofort steigen, wenn der Rohölpreis anzieht – aber nicht genauso schnell sinken, wenn der Ölpreis fällt. SPD-Abgeordneter Armand Zorn sprach von „Preistreiberei“ und betonte, dass Deutschland beim Anstieg der Benzinpreise zeitweise „Europameister“ gewesen sei.

Kurz vor 12 Uhr ist die goldene Stunde fürs Tanken

Was bedeutet das für euch ganz praktisch? Laut einer Auswertung des ADAC aus dem Mai 2026, die mehr als 14.000 Tankstellen bundesweit umfasste, ist die beste Zeit zum Tanken das Zeitfenster kurz vor 12 Uhr mittags. Zu diesem Zeitpunkt liegen die Preise für Super E10 rund 3,7 Cent und für Diesel sogar 4,3 Cent unter dem Tagesdurchschnitt.

Punkt 12 Uhr springt der Preis dann massiv nach oben. Super E10 verteuert sich laut ADAC-Auswertung im Schnitt um 14,6 Cent pro Liter. Diesel steigt sogar um 18,4 Cent – das sind die größten Tagessprünge, die der ADAC je gemessen hat. Danach sinken die Preise langsam wieder und fallen gegen 17:30 Uhr erstmals unter den Tagesdurchschnitt. Ab 22 Uhr steigen sie wieder leicht an.

Der Tagesverlauf im Überblick

  • 05:00 – 11:59 Uhr: Preise sinken bis zum Tagestiefpunkt – gute Zeit zum Tanken
  • 11:30 – 11:59 Uhr: Tagestiefpunkt – beste Zeit zum Tanken
  • 12:00 Uhr: Preissprung um bis zu 18 Cent – unbedingt meiden
  • 12:00 – 17:30 Uhr: Langsam sinkend – warten lohnt sich
  • 17:30 – 21:00 Uhr: Unter Tagesdurchschnitt – akzeptable Alternative
  • 22:00 – 04:59 Uhr: Leicht erhöht, dann stabiler – nur wenn nötig

Wochentag oder Standort – was zählt wirklich?

Jahrelang galt der Sonntag früh morgens als günstigster Tankzeitpunkt. Diese Faustformel ist nach aktuellen Daten überholt: Es gibt keinen dauerhaft günstigsten Wochentag mehr – der Unterschied zwischen Wochentag, Wochenende und Feiertag ist statistisch nicht mehr signifikant.

Was aber weiterhin einen klaren Einfluss hat, ist der Standort. Autobahntankstellen sind wegen ihrer Monopolstellung bei Durchfahrern systematisch teurer. Stationen abseits der Autobahn und in Stadtgebieten mit hoher Tankstellendichte sind in der Regel spürbar günstiger – mehr Wettbewerb drückt den Preis. Unser Tipp: Vor langen Fahrten noch innerorts volltanken, dann habt ihr die teuren Raststätten schon mal im Rücken.

Apps helfen beim Preisvergleich

Seit 2013 sind Tankstellen verpflichtet, ihre Preise in Echtzeit an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe zu melden. Apps wie ADAC Drive, Clever Tanken oder Tankerkönig nutzen genau diese Daten und zeigen euch die günstigste Tankstelle in eurer Nähe. Mit ein paar Klicks findet ihr so schnell heraus, wo ihr gerade am besten dran seid.

Wann werden Spritpreise wieder günstiger?

Eine pauschale Entwarnung gibt es leider nicht. Die Kraftstoffpreise hängen direkt vom globalen Rohölpreis ab, der wiederum von der Förderpolitik der OPEC-Staaten, der weltweiten Nachfrage und geopolitischen Entwicklungen bestimmt wird. Hinzu kommen Euro-Dollar-Wechselkurs sowie Steuern und Abgaben, die in Deutschland einen erheblichen Teil des Endpreises ausmachen. Politische Maßnahmen wie eine Senkung der Energiesteuer sind derzeit nicht absehbar.

Bleibt also dran – und tankt schlau. Kurz vor zwölf ist euer neues Mantra an der Zapfsäule.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist Tanken seit der neuen Spritpreisbremse am günstigsten?

Laut ADAC-Auswertung vom Mai 2026 ist das Zeitfenster kurz vor 12 Uhr mittags die beste Zeit zum Tanken. Genau um 12 Uhr springen die Preise um bis zu 18 Cent pro Liter nach oben.

Was besagt das Kraftstoffpreisanpassungsgesetz?

Das Gesetz wurde am 26. März 2026 vom Bundestag beschlossen und gilt seit dem 1. April 2026. Tankstellen dürfen Preise seitdem nur noch einmal täglich erhöhen – und zwar um 12 Uhr mittags. Preissenkungen sind weiterhin jederzeit erlaubt. Verstöße werden mit Bußgeldern bis zu 100.000 Euro geahndet.

Gibt es noch einen günstigsten Wochentag zum Tanken?

Nein. Aktuelle Daten zeigen, dass es keinen dauerhaft günstigsten Wochentag mehr gibt. Der Unterschied zwischen Werktag, Wochenende und Feiertag ist statistisch nicht mehr signifikant.

Wie finde ich die günstigste Tankstelle in meiner Nähe?

Apps wie ADAC Drive, Clever Tanken oder Tankerkönig greifen auf die Echtzeit-Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe zu und zeigen dir direkt die günstigsten Stationen in deiner Umgebung.

Warum sind Autobahntankstellen teurer?

Autobahntankstellen haben eine Monopolstellung bei Durchfahrern und sind deshalb systematisch teurer als Stationen in der Innenstadt oder abseits der Autobahn. Wer die Wahl hat, tankt besser innerorts.

Quellen


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