Stichtag 12. Juni 1931: Völkerschau der „Südsee-Insulaner“ im Kölner Zoo sorgte für Massenandrang und Kritik.
Am 12. Juni 1931 zeigte der Kölner Zoo sogenannte „Südsee-Insulaner“ in einer Völkerschau. Das Ereignis lockte an nur einem Tag rund 27.000 Besucher in den Zoo. Damit sollte der wirtschaftlich angeschlagene Zoologische Garten in der Endphase der Weimarer Republik wieder rentabel werden.
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Die Völkerschau präsentierte 35 Menschen von den Loyalty-Inseln als „Kannibalen aus der Südsee“. In der Ankündigung wurde mit „farbenprächtigen Kriegstänzen, herrlichen Chorgesängen, Kämpfen und Spielen zu Wasser und zu Land“ geworben. Ziel war, Besucher in den finanziell schwierigen Zeiten mit einer exotischen Attraktion anzuziehen.
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Die „braunen Insulaner“ aus Neukaledonien wurden bewusst stereotyp und sensationsheischend dargestellt, obwohl sie französisch sprachen, Christen waren und kein Menschenfleisch aßen. Dennoch inszenierten sie ihren Alltag im Zoo mit Reis, Fleisch und Früchten am offenen Feuer, um das Bild der „geheimnisvollen Südsee“ zu bedienen.
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Exotische Völkerschauen kamen Mitte des 19. Jahrhunderts als Folge von Imperialismus und Kolonialismus in Europa auf. Zwischen 1878 und 1932 fanden allein im Kölner Zoo sieben dieser Ausstellungen statt. In ganz Deutschland wurden in dieser Zeit mehr als 300 verschiedene Menschengruppen öffentlich vorgeführt.
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Solche Inszenierungen sind heute als diskriminierend und menschenverachtend anerkannt. Damals jedoch galten sie als gesellschaftliches Großereignis. Die Kölner Schau von 1931 war vergleichsweise zurückhaltend, anders als in anderen Städten mit „Streichelgehegen“ oder Darbietungen mit Tieren. Dennoch war es die letzte erfolgreiche Völkerschau des Kölner Zoos.
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Die kritische Aufarbeitung solcher historischen Veranstaltungen ist für NRW bedeutend, um Mechanismen von Ausgrenzung, Stereotypisierung und Diskriminierung klar zu machen und auf heutige gesellschaftliche Werte zu reflektieren.
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