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Stunde der Gartenvögel: Vogelzahlen sinken weiter deutlich
27. Mai 2026

Stunde der Gartenvögel: Vogelzahlen in NRW sinken erneut. Aktuelle Trends, Ursachen und NABU-Analyse im Überblick.

Worum es geht

Die Vogelwelt in Deutschlands Gärten schrumpft: Bei der jüngsten bundesweiten „Stunde der Gartenvögel“ wurden erstmals weniger als 30 Vögel pro Garten gezählt. Im Schnitt lag die Anzahl bei 28,45 – ein Tiefstwert seit Beginn der Aktion vor 21 Jahren. Die sinkenden Zahlen betreffen besonders Spatzen, Meisen und Amseln.

Die wichtigsten Fakten

Vor zehn Jahren wurden noch durchschnittlich 36 Vögel pro Garten beobachtet, 2021 waren es 33. Schon 2024 fiel die Zahl knapp unter 30. Jetzt zeigt sich mit 28,45 ein erneuter Rückgang. Dieser Trend ist laut Experten nicht mehr mit einzelnen Wetterschwankungen zu erklären. Ursachen sind vielfältig: Krankheiten wie das Usutu-Virus und schwindende Lebensräume tragen entscheidend zur Abnahme bei (NABU Bochum).

Hintergrund der Vogelzählung

Die Aktion „Stunde der Gartenvögel“ wird seit 21 Jahren durchgeführt. In diesem Jahr haben über 57.000 Menschen aus mehr als 39.000 Gärten und Parks teilgenommen und ihre Sichtungen gemeldet. Die Ergebnisse ermöglichen es Ornithologen, Veränderungen in den Beständen zuverlässig zu erkennen und Handlungsbedarf abzuleiten.

Die Rolle von Krankheiten und Lebensraumverlust

Zu den Hauptfaktoren zählen Krankheiten wie das Usutu-Virus, das bei Amseln oft tödlich verläuft. Besonders aus Norddeutschland wurden im vergangenen Jahr zahlreiche Verdachtsfälle gemeldet, was sich nun deutlich in den neuesten Zählungen widerspiegelt. So lag der Rückgang der Amselzahlen in Schleswig-Holstein bei 31 Prozent, in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern bei 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hinzu kommen Probleme wie fehlende Nahrung, Trockenheit und Hitzewellen durch den Rückgang der Biodiversität sowohl auf Feldern als auch in Gärten (NABU Bochum).

Einordnung für NRW

Auch in Nordrhein-Westfalen zeigt sich der Negativtrend. Viele Teilnehmende meldeten weniger Sichtungen – ein klares Alarmsignal für den Artenschutz in der Region. Besonders betroffen sind die Bestände von Spatzen, Meisen und Amseln, was auch lokale Naturschutzinitiativen beschäftigt.

Ausblick und weitere Infos

NABU-Ornithologe Martin Rümmler mahnt, dass dringend mehr für die Biodiversität getan werden muss: Ohne mehr naturnahe Flächen in Siedlungen und Agrarlandschaften droht vielen Arten weiter der Rückzug. Wer sich intensiver mit Ergebnissen oder Trends zu bestimmten Vogelarten beschäftigen möchte, findet interaktive Verteilungen und Karten auf der Webseite des NABU (NABU: Ergebnisse). Zusätzliche Tipps gibt es im NABU-Podcast „Reingezwitschert“.

Quellen

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