Enten in Blumenkästen, jagende Falken am Kirchturm – Sandra Vohl lebt auf zwei Dachterrassen in der Kölner Südstadt und hat die wildesten Tiererlebnisse der…
Stell dir vor, du frühstückst entspannt auf deiner Dachterrasse – und plötzlich schaut dich eine Entenmama mit sechs Küken an. Klingt verrückt? Für Sandra Vohl aus der Kölner Südstadt war das gelebte Realität! In ihrer Geschichte steckt alles, was das Leben in einer Großstadt so besonders macht: Natur mitten im urbanen Trubel, tierische Überraschungen und eine Dachterrasse, die man einfach nie wieder hergeben will.1
Im Frühling vor zwei Jahren legte eine Ente in einem von Sandra Vohls Blumenkästen sechs Eier ab – und brütete sie einfach aus. Was macht man in so einer Situation? Vohl und ihr Freund lasen sich reichlich Enten-Wissen an, stellten einen Privatpool hin und fütterten die kleinen Gäste. Als klar war, dass diese tierische WG keine dauerhafte Lösung sein konnte, rief Vohl die Schwanenhilfe an. Die Experten sammelten die Enten fachkundig ein und setzten sie im Rhein aus.1
Fragt man Vohl nach ihren liebsten Dachterrassen-Erinnerungen, kommt die Antwort sofort: die Enten. Und ehrlich gesagt – wer kann es ihr verdenken?
Aber nicht nur Enten machen Vohls Dachterrassen zum Highlight. Die Wohnung in der Kölner Südstadt bietet gleich zwei Dachterrassen – eine untere, die vom Ess- und Arbeitszimmer abgeht, und eine obere, die man über das Badezimmer betritt. Abends sitzt das Paar am liebsten oben, weil die Sonne dort lange hinscheint. Beim Wein beobachten sie, wie Mauersegler Insekten jagen – pures Kölner Abendprogramm.1
Von der unteren Terrasse aus hat man außerdem einen direkten Blick auf den Turm der Severinskirche. Und dort brüten regelmäßig Falken! „Die kreisen dann um den Turm und jagen Tauben“, beschreibt Vohl das Spektakel, „das ist ein All-you-can-eat-Buffet sozusagen.“ Einmal kam sogar einer der Falken mit einer geköpften Taube direkt aufs Zwischendach geflogen – nicht unbedingt ein schöner Anblick, aber halt Natur pur.1
Weil Vohl es genau so mag, sind die beiden Terrassen ganz bewusst unterschiedlich gestaltet. Unten dominiert ein klares Konzept: einheitliche weißgraue Blumenkästen, ein passender Outdoor-Teppich, Lavendel, Salbei und Mädchenauge. Abends kommen große Windlichter mit dicken Kerzen dazu. Ein beeindruckend großer Feigenbaum wächst in einem Topf, und eine Schwarzerle hat sich kurzerhand selbst eingepflanzt.1
Oben geht es freier zu: Oleander, Sonnenhut, Wiesenknopf und Hortensien sorgen für eine bunte, üppige Atmosphäre. Eine weiße Hängematte lädt zum Reinflezen ein – und ist eigentlich auch die einzige Einladung, die man braucht. Ihre Pflanzen kauft Vohl bei den Alexianern in Porz. Außerdem achtet sie darauf, dass die Bepflanzung auf beiden Terrassen anziehend für Wildbienen und Hummeln ist. Naturnah mitten in der Stadt – das ist kein Widerspruch, wenn man es so macht wie Sandra Vohl.1
Vohl und ihr Freund leben seit 17 Jahren in dieser Wohnung, die laut ihr ein bisschen aussieht wie ein Tetrisspiel im fortgeschrittenen Stadium. Als die beiden damals beschlossen, zusammenzuziehen, war für Vohl klar: ohne Balkon läuft gar nichts. Diese Wohnung mit den zwei Dachterrassen hat beide sofort überzeugt – und das soll am liebsten für immer so bleiben.1
Vohl selbst ist gebürtige Niederrheinerin und kam 1992 nach einer Schreiner-Lehre zum Sozialarbeitsstudium nach Köln. Heute arbeitet sie als Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin. Und nach der Arbeit? Ab auf die Dachterrasse, Windlicht raus, Wein einschenken und schauen, was die Natur heute so auf Lager hat. Ehrlich gesagt klingt das nach dem perfekten Feierabend – mit oder ohne Enten.
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