4.000 Menschen demonstrierten in Geisweid gegen die geplante Werkspause bei den Deutschen Edelstahlwerken ab 2028.
Am Montagabend haben rund 4.000 Menschen in Geisweid für den Erhalt ihres Stahlwerks demonstriert. Hintergrund ist die Ankündigung der Deutschen Edelstahlwerke, einem Unternehmen des Swiss-Steel-Konzerns, das Stahlwerk am Standort Geisweid ab 2028 zu pausieren. Das Walzwerk soll dagegen weiterlaufen. Betriebsrat und IG Metall befürchten dennoch, dass hunderte Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.
Die Demonstration stand unter dem Motto „Verstummt der Puls des Stahls, verliert Geisweid sein Herz“. Los ging es am Bürgerhaus Geisweid, anschließend zog der Demonstrationszug zur Kundgebung auf den Marktplatz. „Für viele Familien, für Geisweid und die ganze Region geht es um Zukunft, Sicherheit und gute industrielle Arbeit“, erklärte die IG Metall im Vorfeld und rief dazu auf, zu zeigen, dass hinter jedem Arbeitsplatz Menschen stehen.
Wegen des Demonstrationszugs kam es zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen. Die Geisweider Straße, die Sohlbacher Straße, die Rijnsburger Straße, die Straße Am Klafelder Markt sowie die Marktstraße waren von rund 17:30 bis etwa 19:30 Uhr voll gesperrt. Auch der Busverkehr war erheblich betroffen: Die Linie R 10 wurde laut den Verkehrsbetrieben VWS in dieser Zeit über die HTS von Weidenau nach Buschhütten umgeleitet. Die Polizei regelte den Verkehr vor Ort.
Wie die Westfalenpost berichtet, laufen bei den Deutschen Edelstahlwerken in Geisweid bereits die Vorbereitungen für einen hart geführten Arbeitskampf. Nach einer Betriebsversammlung versammelten sich Betriebsräte vor dem Werkstor, um gegen die geplante Stilllegung zu protestieren. Die Westfalenpost spricht von Hunderten Jobs, die in Gefahr seien, und davon, dass die Schließung als „riesiger Schlag für das Siegerland“ wahrgenommen werde.
Auch auf politischer Ebene bewegt sich etwas: Wie Radio Siegen berichtet, soll der Siegener Stadtrat in Kürze eine Resolution zum Erhalt des Stahlwerks Geisweid verabschieden. Damit reiht sich die Kommunalpolitik in den Protest von Gewerkschaft und Belegschaft ein, die weiterhin um eine Zukunft für den Stahlstandort kämpfen.
Noch ist offen, wie es mit dem Stahlwerk in Geisweid konkret weitergeht. Klar ist bislang nur, dass die Deutschen Edelstahlwerke an ihren Plänen für eine Pause ab 2028 festhalten, während Belegschaft, IG Metall und mittlerweile auch die Kommunalpolitik Druck aufbauen, um die Arbeitsplätze am Standort zu sichern. Die Auseinandersetzung um die Zukunft des Werks dürfte damit in den kommenden Wochen weitergehen.
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