Im Kölner Eisenbahnveedel ist der Weg zur Haltestelle Geldernstraße nachts ein Angstraum. Die Bezirksvertretung Nippes fordert jetzt mehr Beleuchtung.
Stell dir vor, du kommst abends von der Arbeit, steigst an der S- und U-Bahn-Haltestelle Geldernstraße/Parkgürtel aus – und der kürzeste Weg nach Hause führt durch einen stockdunklen Park. Genau das ist für viele Anwohnende im Kölner Eisenbahnveedel Alltag. An der nördlichen Spitze des Viertels, am Ende der Straße „Am Ausbesserungswerk“, gibt es einen kleinen Park mit Spielplatz und Aufenthaltshütte. Von dort führen Treppenstufen hinab zum Mauenheimer Gürtel – und damit zur Haltestelle. Das Problem: Keine einzige Laterne beleuchtet diesen Weg.1
Die Bezirksvertretung Nippes hat genug von der Dunkelheit. Einstimmig – bei Enthaltung von Grünen und Linken – hat sie einem SPD-Antrag zugestimmt, der eine Beleuchtungs-Nachrüstung für den Weg fordert. Dabei sollen abgeschirmte oder automatisierte Leuchten zum Einsatz kommen, die möglichst wenig Streulicht erzeugen. So soll die Belastung für Natur und Tiere in den umliegenden Grünflächen so gering wie möglich gehalten werden.1
Sollte sich herausstellen, dass der Verbindungsweg zwischen Treppenaufgang und „Am Ausbesserungswerk“ einem privaten Eigentümer gehört, soll die Verwaltung aktiv werden und diesen zur Verbesserung der Situation auffordern.1
SPD-Fraktionschef Ulrich Müller bringt es auf den Punkt: Der unbeleuchte Weg mache den Bereich gerade abends und nachts zu einem Angstraum für viele Menschen. „Zu der schlechten Beleuchtung kommt, dass sich ringsherum Bäume und Büsche befinden, die den Weg zusätzlich in der Dunkelheit unübersichtlicher machen“, so Müller. Auch der anliegende Spielplatz würde von mehr Licht profitieren – damit Kinder dort sicherer spielen können.1
Anne Grose, Sprecherin der Kölner Ortsgruppe des Fußverkehrs-Verbands Fuss, wohnt selbst im Eisenbahnveedel und bestätigt: „Es ist in der Tat sehr, sehr dunkel, besonders im Winter. Manchmal ist es auch rutschig.“ Und dann kommt noch dazu, dass der Weg im Winter nicht gestreut wird. Sie begrüßt den Antrag ausdrücklich – sowohl um den Angstraum zu beseitigen als auch um die Gehsicherheit zu verbessern. Ein kurioses Detail aus ihrem Alltag: „Wenn man von der Haltestelle die Treppen heraufkommt, hört man manchmal Leute, die den kleinen Pavillon im Park nutzen, kann sie aber nicht sehen.“1
Hinter dem Antrag steckt aber noch ein größeres Ziel: Wer sich auf dem Weg zur Haltestelle unsicher fühlt, steigt lieber ins Auto. Deshalb betont Ulrich Müller, dass es darum gehe, kurze Wege zu den Haltestellen attraktiv zu machen – und damit den öffentlichen Nahverkehr insgesamt attraktiver zu gestalten. Ein Umweg über die Kempener Straße existiert zwar, aber warum einen langen Weg nehmen, wenn ein kurzer möglich sein sollte?1
Der kleine Park mit Spielplatz wurde übrigens vor etwas mehr als zehn Jahren angelegt – kurz nach Fertigstellung der Siedlung auf dem ehemaligen Bahnwerksgelände. Davor befand sich an der Stelle, die als öffentliche Grünfläche ausgewiesen ist, von 2005 bis zur Zwangsräumung im Mai 2013 eine informelle Niederlassung des damaligen „Autonomen Selbsthilfe-Arbeitskreis Köln“ (ASAK) mit Werkstätten und Wohnwagenplätzen.1
Der Beschluss der Bezirksvertretung Nippes ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Jetzt liegt es an der Verwaltung, den Antrag umzusetzen – damit der Weg zur Haltestelle Geldernstraße/Parkgürtel bald kein Angstraum mehr ist, sondern ein sicherer, gut beleuchteter Fußweg für alle. Wir bleiben dran!
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