ANTENNE NRW Spritpreis-Rechner

Foto wurde mit
KI generiert
Perso auf dem Handy: Das steckt hinter der EUDI-Wallet
15. Oktober 2026

Ab 2027 kommt die EUDI-Wallet: Perso und Führerschein aufs Handy. Der Bundestag hat die rechtlichen Grundlagen für „d-you“ jetzt beschlossen.

Euer Ausweis wandert bald aufs Smartphone

Perso vergessen? Bald vielleicht kein Problem mehr. Ab 2027 sollen alle EU-Länder die sogenannte EUDI-Wallet einführen – eine digitale Brieftasche für eure wichtigsten Dokumente. In Deutschland bekommt das Ganze sogar einen eigenen Namen: „d-you“. Klingt erstmal nach einer App unter vielen, ist aber eigentlich ein ziemlich großer Schritt in Sachen digitale Verwaltung.

Was genau kann die Wallet?

Die Idee dahinter: Nachweise wie den Personalausweis oder den Führerschein sicher und digital über euer Smartphone vorzeigen können, statt immer die Plastikkarte dabei zu haben. Und es soll nicht bei diesen zwei Dokumenten bleiben – je mehr Unternehmen und Behörden mitmachen, desto nützlicher wird die Wallet für euren Alltag.

Ein gutes Beispiel liefert die Deutsche Rentenversicherung. Sie arbeitet gerade daran, die sogenannte A1-Bescheinigung für die Wallet bereitzustellen. Dieser Nachweis ist wichtig, wenn ihr vorübergehend im Ausland arbeitet. Statt Papierkram soll der komplette Prozess – von der Ausstellung bis zur Prüfung – künftig digital über die Wallet laufen. Das spart allen Beteiligten jede Menge Aufwand. Geplant ist außerdem, dass ihr euch mit den Dokumenten in der Wallet auch im Kundenportal der Deutschen Rentenversicherung ausweisen könnt. Laut Deutscher Rentenversicherung war Direktor Dr. Matthias Flügge von Anfang an eng in die Entwicklung solcher Anwendungen eingebunden und tauschte sich dazu auch mit Bundesdigitalminister Karsten Wildberger aus.

Der Bundestag hat grünes Licht gegeben

Damit das Ganze überhaupt an den Start gehen kann, musste erstmal der rechtliche Rahmen stehen. Und der ist jetzt da: Wie die Deutsche Textservice Nachrichtenagentur berichtet, hat der Bundestag die rechtlichen Voraussetzungen für die EUDI-Wallet in Deutschland geschaffen. CDU/CSU und SPD stimmten für das Gesetz, AfD, Grüne und Linke dagegen.

Ab Januar 2027 soll die Wallet laut dem Gesetz den elektronischen Rechts- und Wirtschaftsverkehr einfacher machen – zum Beispiel im Banken- und Zahlungswesen. Außerdem soll sie in der ganzen EU nutzbar sein. CDU-Politiker Markus Reichel erklärte im Bundestag, man wolle die Wallet so nützlich, sicher und einfach machen, dass Menschen sie aus Überzeugung nutzen – nicht durch Zwang. CSU-Politiker Konrad Körner wies Datenschutzbedenken zurück: Die Wallet sei kein Register, der Grundsatz der Datenminimierung gelte. SPD-Politiker Marvi Parsa betonte, dass niemand benachteiligt werden darf, der die Wallet nicht nutzen möchte – das schreibt die EU-Verordnung so vor.

Nicht alle sind überzeugt

Im Digitalausschuss wurde der ursprüngliche Gesetzentwurf noch angepasst: Bei der Vergabe soll künftig stärker auf die digitale Souveränität Deutschlands und der EU geachtet werden. Außerdem dürft ihr ablehnen, dass euer biometrisches Foto in die digitalen Identitätsdaten aufgenommen wird.

Komplett einig ist sich die Politik aber nicht. Die Grünen lobten zwar die Nachbesserungen, kritisierten laut der Nachrichtenagentur aber, dass eine Schutzregel im Passgesetz gestrichen wird, die bisher den automatischen Austausch biometrischer Daten zwischen Passbehörden verhindert hat. Grünen-Politikerin Rebecca Lenhard bemängelte zudem, dass die App wohl nur auf Betriebssystemen von US-Anbietern laufen soll. Linken-Politikerin Sonja Lemke sprach von einer drohenden „Cookie-Banner-2.0-Situation“ und forderte Minister Wildberger auf, den Starttermin im Januar zu stoppen und das Gesetz zu überarbeiten.

Was bedeutet das für euch?

Noch ist die Wallet nicht da, aber die Weichen sind gestellt. Ob ihr am Ende wirklich freiwillig zur digitalen Brieftasche greift, bleibt eure Entscheidung – gezwungen werden soll laut Gesetz niemand. Spannend wird, wie viele Ämter und Unternehmen am Ende tatsächlich mitziehen und ob die Technik hält, was sie verspricht. Bis dahin bleibt der Perso aus Plastik wohl erstmal euer treuer Begleiter im Portemonnaie.

Quellen


Diskutiere mit!
Anonym und ganz ohne Anmeldezwang!
Alle Kommentare werden von unserer Redaktion im Vorfeld geprüft.
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

© 2026 The Radio Group Holding GmbH

Newsletter

Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven! 

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich.