Diesel wird teurer, E10 günstiger: Der ADAC zeigt die aktuellen Spritpreise im Bundesländervergleich und erklärt die Gründe für die Entwicklung.
An den Zapfsäulen tut sich was – allerdings nicht einheitlich. Wie der ADAC aktuell berichtet, ist Diesel im Bundesdurchschnitt um 0,8 Cent auf 2,255 Euro je Liter gestiegen. Super E10 dagegen wird günstiger: Der Preis sank um 4,1 Cent auf 2,110 Euro. Klingt erstmal widersprüchlich, hat aber einen Grund.
Laut ADAC liegt das vor allem am gestiegenen Ölpreis. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zuletzt rund 109 US-Dollar und damit etwa drei Dollar mehr als in der Woche zuvor. Dazu kommt: Mit dem Start der kälteren Jahreszeit steigt die Nachfrage nach Heizöl, was sich direkt auf den Dieselpreis auswirkt. Bei Super E10 sieht die Lage anders aus – hier scheint laut ADAC inzwischen ein Großteil des aktuellen Tankrabatts tatsächlich an den Tankstellen anzukommen.
Im Bundesländervergleich zahlt man in Nordrhein-Westfalen überdurchschnittlich viel: 2,221 Euro für Diesel und 2,095 Euro für Super E10 – damit liegt NRW bei beiden Kraftstoffen auf Platz zwei der teuersten Bundesländer, nur Hessen ist noch teurer. Am günstigsten tankt man laut ADAC aktuell in Baden-Württemberg, Berlin und dem Saarland.
Grund für die aktuellen Preisnachlässe ist der neue Tankrabatt, der seit dem 1. Oktober gilt und noch bis Ende Dezember läuft. Dabei wird die Energiesteuer auf Diesel und Benzin um 14 Cent gesenkt, inklusive Mehrwertsteuer ergibt das laut ADAC eine Entlastung von knapp 17 Cent pro Liter.
Wie hoch der Steueranteil im Sprit grundsätzlich ausfällt, hatten wir bereits in einem früheren Beitrag aufgeschlüsselt: Fast die Hälfte des Preises an der Zapfsäule geht demnach an den Staat.
Die Bundesregierung hat laut ADAC angekündigt, Gespräche mit der Mineralölwirtschaft aufzunehmen, um spätestens zum 1. Januar 2027 einen Spritpreisdeckel nach dem Vorbild von Luxemburg oder Belgien einzuführen. Priorität habe dabei die Versorgungssicherheit.
Der ADAC rät, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen, da die Unterschiede zwischen Tankstellen bis zu 7 Cent je Liter betragen können, an Autobahntankstellen oft noch mehr. Wer auf das teurere Super E5 verzichtet und stattdessen E10 tankt, spart im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent pro Liter – das vertragen laut ADAC alle Benziner ab Baujahr November 2010. Zudem fordert der Automobilclub die Abschaffung der sogenannten 12-Uhr-Regel, da sie die Preise aus Verbrauchersicht nicht gesenkt, sondern die Preisunterschiede innerhalb eines Tages eher vergrößert habe.
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