ANTENNE NRW Spritpreis-Rechner

Foto wurde mit
KI generiert
Tanken bleibt teuer: Diesel trotz Rabatt über 2,20 Euro
20. Oktober 2026

Trotz Tankrabatt bleiben die Spritpreise hoch: Diesel kostet aktuell über 2,20 Euro. Wir zeigen euch die Gründe und wie ihr beim Tanken trotzdem sparen könnt.

Trotz Tankrabatt: An der Zapfsäule wird’s nicht günstig

Auch wenn seit Anfang Oktober eine befristete Steuersenkung gilt – an den Preisen merkt man davon nicht wirklich viel. Spritfahren bleibt teuer, besonders Diesel haut ordentlich rein. Am Montag, 19. Oktober 2026, kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Schnitt der geöffneten Tankstellen 2,091 Euro, Diesel lag bei 2,228 Euro. Zum Vergleich: Vor Beginn des Iran-Kriegs kostete Super laut Markttransparenzstelle für Kraftstoffe noch 1,83 Euro, Diesel sogar nur 1,75 Euro. Da ist also ordentlich was draufgekommen.

Wie NDR Info berichtet, war der Dieselpreis zu Kriegsbeginn sogar noch höher als der von Benzin, sank dann während des Tankrabatts wieder unter die Super-Preise – und zieht jetzt wieder stärker an. Der Grund: Diesel ist deutlich krisenanfälliger, weil er in der Industrie eine größere Rolle spielt und teils als Gas-Ersatz genutzt wird. Außerdem ist Deutschland beim Diesel stärker auf Importe angewiesen, während Benzin aus heimischen Raffinerien kommt.

September-Rekorde längst geknackt – aber Preise bleiben hoch

Die absoluten Höchstwerte wurden übrigens schon im September erreicht. Laut ADAC-Auswertung lag Super E10 im Monatsdurchschnitt bei 2,266 Euro, Diesel bei 2,386 Euro. Am 16. September wurde mit 2,314 Euro der höchste Tagesmittelwert für E10 gemessen, einen Tag später kletterte Diesel sogar auf 2,471 Euro. Damit wurden die alten Rekorde aus dem März 2022 locker getoppt. Aktuell liegen die Preise zwar unter diesen Spitzenwerten, aber im langfristigen Vergleich ist das Niveau trotzdem krass hoch.

Warum ist das überhaupt so teuer?

Der Haupttreiber ist der seit Ende Februar laufende Iran-Krieg, der wichtige Öl-Transportwege lahmlegt. Besonders die Straße von Hormus am Persischen Golf ist entscheidend – vor dem Krieg liefen darüber rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur wurde am 11. September zusätzlich die saudi-arabische Ost-West-Pipeline angegriffen, die als Ausweichroute zum Roten Meer dient. Obendrauf kommen Drohungen und Angriffe der Huthi-Miliz im Jemen, die auch die Meerenge Bab al-Mandab ins Visier nehmen.

Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent zeigt die Lage deutlich: Am 14. Oktober lag der Schlusskurs bei 106,06 US-Dollar je Barrel, am 19. Oktober schon bei 110,10 US-Dollar. Laut ADAC spielen für den Preis an der Zapfsäule aber nicht nur Rohöl, sondern auch Dollar-Kurs, Raffineriekapazitäten, Transportkosten und natürlich Steuern eine Rolle. Und die machen einen gewaltigen Batzen aus – normalerweise über die Hälfte des Gesamtpreises.

Was bringt der Tankrabatt wirklich?

Seit dem 1. Oktober ist die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent pro Liter gesenkt, inklusive geringerer Umsatzsteuer ergibt das laut Bundesregierung eine Entlastung von rund 17 Cent je Liter. Die Maßnahme läuft bis Ende Dezember 2026, Bund und Länder haben dafür rund 2,5 Milliarden Euro eingeplant. Ein zusätzlicher Spritpreisdeckel ist geplant, soll laut NDR spätestens zum 1. Januar 2027 kommen – Vorbilder sind Regelungen aus Luxemburg und Belgien.

Der ADAC hatte aber schon am 7. Oktober kritisiert, dass die Entlastung bei Super E10 nicht komplett bei den Verbrauchern ankam. Auch das Bundeskartellamt hat ein Auge drauf. Behördenchef Andreas Mundt machte klar: Bei kartellrechtswidrigem Verhalten würde konsequent eingeschritten, aber geopolitisch bedingte Preissprünge lassen sich „nicht auf Knopfdruck“ verhindern.

So sparst du trotzdem beim Tanken

Seit April dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen, Senkungen sind dagegen jederzeit möglich. Laut ADAC ist Tanken deshalb kurz vor Mittag oft am günstigsten. Wer vorher noch schnell in einer Vergleichs-App wie der ADAC Drive App nachschaut, findet oft deutliche Unterschiede zwischen Tankstellen in der Nähe. Dazu helfen eine vorausschauende Fahrweise und der richtige Reifendruck, um die Spritkosten im Alltag etwas im Griff zu behalten.

Fazit: Geduld ist gefragt

Auch wenn der Staat mit dem Tankrabatt gegensteuert – solange die Lage am Golf angespannt bleibt, wird sich am hohen Preisniveau erstmal wenig ändern. International wollen laut Internationaler Energieagentur weitere Ölreserven freigegeben werden, um die Versorgung zu stabilisieren, besonders bei Diesel ist die Lage laut Agentur weiterhin angespannt. Bis sich das spürbar auf die Preise auswirkt, bleibt also vor allem: clever tanken und auf den richtigen Moment warten.

Quellen


Diskutiere mit!
Anonym und ganz ohne Anmeldezwang!
Alle Kommentare werden von unserer Redaktion im Vorfeld geprüft.
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

© 2026 The Radio Group Holding GmbH

Newsletter

Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven! 

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich.