GenZ-Proteste bundesweit gestartet: In über 30 Städten gingen tausende Menschen auf die Straße, in Köln wurde der Demozug sogar abgesagt.
Erinnert ihr euch noch an unseren Beitrag über die geplanten GenZ-Proteste in NRW? Jetzt ist es offiziell: Die Demos haben begonnen – und zwar nicht nur bei uns, sondern bundesweit in mehr als 30 Städten.1 Von Berlin über Köln bis München sind am Nachmittag zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen. Zeit für ein Update, was sich seit dem letzten Mal getan hat.
Hinter den Protesten steckt die Initiative „GenZ regelt“. Ihre Forderungen sind klar: mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Maßnahmen gegen die steigenden Lebenshaltungskosten sowie mehr soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz.1 Eine Wehrpflicht und mehr staatliche Überwachung lehnt die Bewegung dagegen ab. Online hatten sich übrigens mehr als 182.100 Menschen angemeldet, dabei sein zu wollen – die offiziell angemeldeten Teilnehmerzahlen in den Städten lagen dann aber deutlich niedriger.1
In Berlin kamen laut Polizei rund 5.000 Menschen ans Brandenburger Tor zusammen, abgesichert von etwa 1.500 zusätzlichen Polizistinnen und Polizisten. Auch Drohnen waren im Einsatz, unter anderem in Hamburg, wo mehrere Tausend Menschen durch die Innenstadt zogen.1 In München versammelten sich rund 2.500 Menschen vor der Ludwig-Maximilians-Universität, in Freiburg waren es ebenfalls etwa 2.500. Frankfurt zählte über 1.500 Teilnehmer nahe der EZB, in Mainz waren es 1.200 – dort lief laut Polizei alles friedlich ab.1 Auch in Dresden und Leipzig gingen mehrere hundert bis knapp 2.000 Menschen auf die Straße.1
In Köln versammelten sich mehrere Tausend Menschen am Rheinufer, allerdings unter den angemeldeten 15.000. Hier musste die Polizei durchgreifen: Wegen Pyrotechnik und Vermummung einzelner Teilnehmender wurde der geplante Demonstrationszug durch die Stadt kurzfristig komplett abgesagt.1 Auch in Stuttgart hielt die Polizei den Demozug mehrfach an – Grund waren Vermummungen, gezündete Rauchtöpfe und Böller. Über den WhatsApp-Kanal der Polizei kam ein klarer Appell: „Seid laut, aber bleibt friedlich.“1
Aus Angst vor möglichen Ausschreitungen hatten viele Einzelhändler in den Innenstädten, vor allem in Luxus-Einkaufsstraßen, ihre Schaufenster vorsorglich mit Holzplatten verbarrikadiert. Teilweise blieben Läden wegen des Reformationstages aber ohnehin geschlossen.1 Insgesamt zieht die Polizei aber eine positive Bilanz: Größere Zwischenfälle gab es bislang nicht, die Proteste verliefen überwiegend friedlich.1
Während die Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge Verständnis für den Ärger der jungen Generation zeigt und der Bundesregierung vorwirft, die Anliegen nicht ernst genug zu nehmen, unterstützt auch die Linke die Proteste und spricht von „sozialen Grausamkeiten“ bei geplanten Reformen.1 AfD-Chefin Alice Weidel warnt dagegen vor einer Vereinnahmung durch Extremisten und zieht Vergleiche zu Ausschreitungen in Frankreich.1
Fest steht: Die GenZ-Bewegung hat mit ihrem bundesweiten Aktionstag ein deutliches Zeichen gesetzt. Ob und wie die Politik darauf reagiert, bleibt spannend – wir bleiben für euch dran und halten euch auf dem Laufenden, sobald es Neuigkeiten gibt.
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