43,4 Millionen Euro fließen in neue Prüfstände für Wasserstoff-Antriebe an der RWTH Aachen. So will der Forschungsstandort die Luftfahrt der Zukunft testen.
Große Neuigkeiten für alle, die sich für Zukunftstechnologien interessieren: Die RWTH Aachen bekommt rund 43,4 Millionen Euro für den Ausbau ihrer Luftfahrtforschung. Regierungspräsident Gregor Lange hat die Förderbescheide am Freitag in der historischen Maschinenhalle des Instituts für Strahlantriebe und Turbomaschinen übergeben. Das Geld fließt in drei Projekte, die zusammen eine komplett neue Forschungs- und Testinfrastruktur aufbauen sollen, das sogenannte Testing Center Aviation & Energy, kurz TCAE.
Finanziert wird das Ganze aus Mitteln des Bundes und des Landes NRW im Rahmen der Strukturförderung für das Rheinische Revier. Bewilligt hat die Förderung die Bezirksregierung Köln im Geschäftsbereich des NRW-Wirtschaftsministeriums.
Die 43,4 Millionen Euro verteilen sich auf drei unterschiedliche Vorhaben, die alle in Richtung klimafreundlicher Luftfahrt gehen:
Alle drei Vorhaben laufen von 2026 bis 2029. Nach dem Aufbau sollen die Prüfstände dann für Forschungs- und Entwicklungsprojekte genutzt werden, um neue Antriebstechnologien experimentell zu testen.
Regierungspräsident Gregor Lange betonte bei der Übergabe, dass die neuen Prüfstände wissenschaftliche Exzellenz mit industrieller Anwendung verbinden und Perspektiven für klimafreundliche Antriebssysteme eröffnen. RWTH-Rektor Ulrich Rüdiger sprach von einem „immensen Vertrauensbeweis in den Standort und unsere Fähigkeiten“ und kündigte an, den Bereich Luft- und Raumfahrt weiter auszubauen. IST-Institutsleiter Peter Jeschke nannte die Förderung einen Meilenstein, der erheblich zur Nachhaltigkeit in der Fliegerei beitragen werde.
Wie der Radiosender 100,5 DAS HITRADIO berichtet, soll mit den neuen Testanlagen unter anderem untersucht werden, wie sich Hubschrauber künftig mit Wasserstoff antreiben lassen. Die mobile Testanlage auf dem Lastwagen soll laut dem Sender Brennstoffzellen-Antriebe unter realistischen Bedingungen erproben.
Bei der Veranstaltung gab es auch Impulse aus der Industrie: Fabian Donus von MTU Aero Engines sprach über zukünftige Luftfahrttechnologien, und das Unternehmen weihte gleichzeitig sein „Center of Competence for Flying Fuel Cell Systems“ ein. Dr. Thomas Polklas von Everllence SE gab zusätzlich Einblicke in die industrielle Perspektive auf neue Energie- und Antriebstechnologien.
Die Förderung ist Teil eines viel größeren Programms: Bund, Land und EU unterstützen den Strukturwandel im Rheinischen Revier mit mehr als 14,8 Milliarden Euro. Bislang wurden laut RWTH Aachen schon 1.163 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 3,8 Milliarden Euro bewilligt. Das TCAE an der RWTH soll dabei helfen, Forschungskompetenzen in den Bereichen Luftfahrt, Wasserstoff und Energietechnik auszubauen und neue Anknüpfungspunkte für die Industrie zu schaffen. Für Aachen als Forschungsstandort und für die ganze Region könnte das ein echter Schub werden.
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