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Nach der Gen-Z-Demo in Köln: Neue Details zu den Ausschreitungen
1. November 2026

Nach der Gen-Z-Demo in Köln gibt’s neue Details: Molotow-Cocktails, Flaschenwürfe und Ausschreitungen auch in Frankfurt, Berlin und Hamburg im Überblick.

Was nach der Kundgebung in Köln wirklich passiert ist

Wir hatten euch in einem früheren Beitrag schon berichtet, wie die Gen-Z-Demo in Köln eskalierte und der Polizeipräsident danach Klartext redete. Jetzt gibt’s neue Infos dazu, was an dem Abend wirklich los war – und es betrifft nicht nur die Polizei, sondern auch die Kölner Gastro.

Fangen wir vorne an: Bundesweit hatten sich laut Deutschlandfunk Zehntausende Menschen an den „Gen Z regelt“-Protesten beteiligt, die Initiative selbst sprach von rund 120.000 Teilnehmenden – ursprünglich war sogar mit 160.000 gerechnet worden. In Köln lief tagsüber erstmal alles relativ ruhig, auch wenn die Stadt den geplanten Demonstrationszug kurzfristig untersagt hatte. Eine Kundgebung durfte trotzdem stattfinden.

Molotow-Cocktails, Nothämmer und Flaschenwürfe

Richtig eskaliert ist es dann am Abend auf der Domplatte nahe dem Hauptbahnhof. Nach Angaben der Polizei flogen Flaschen und sogar Fahrräder in Richtung der Beamten, mindestens eine Person wurde dabei verletzt. In einer Nebenstraße ging außerdem eine Fensterscheibe zu Bruch, weil jemand einen E-Scooter dagegen geworfen hatte. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, nahm die Polizei fünf Personen in Gewahrsam.

Kölns Polizeipräsident Johannes Hermanns hatte die kurzfristige Untersagung des Aufzugs im Nachhinein verteidigt. Bei Vermummten seien Molotow-Cocktails und Nothämmer sichergestellt worden – wofür man die wohl kaum mit sich führe, müsse man nicht extra erklären, so Hermanns. Er zeigte sich überzeugt, dass durch das Vorgehen der Polizei verhindert wurde, dass aus Köln Bilder gesendet würden, die an Ausschreitungen in Paris oder Mailand erinnern.

Auch in anderen Städten eskalierte die Lage

Köln war an dem Abend kein Einzelfall. Besonders in Frankfurt nahmen die Ausschreitungen laut dpa massive Ausmaße an: Dort wurden Plünderungen in der Innenstadt beobachtet, Menschen drangen in Geschäfte ein und stahlen unter anderem Turnschuhe, auch ein Waffenfachgeschäft wurde angegriffen. Die Polizei sperrte die Einkaufsstraße Zeil ab und setzte Spezialeinsatzkräfte ein. Mehr als 30 Personen wurden vorläufig festgenommen, zwei Waffen konnten sichergestellt werden. Auf Einsatzkräfte seien zudem Molotow-Cocktails geflogen.

Der hessische Innenminister Roman Poseck zeigte sich laut dpa „schockiert über die Gewaltexzesse“ und sprach von einer „verheerenden Verbindung von Linksextremisten und gewalttätigen jungen Menschen“. Auch aus Berlin, Hamburg, Hannover und Bremen wurden Zwischenfälle gemeldet – in Berlin etwa flogen Flaschen, Böller und Eier, in Hamburg brannten Barrikaden.

Polizeigewerkschaft: Proteste an sich waren friedlich

Trotz der Ausschreitungen am Abend zieht die Gewerkschaft der Polizei eine differenzierte Bilanz. Der Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, sagte der „Rheinischen Post“, wie dpa und Deutschlandfunk berichten, die Proteste der Gen Z selbst hätten sich als sehr friedlich herausgestellt. Erst nach dem offiziellen Ende der Veranstaltungen sei die Lage in einigen Städten eskaliert. Bei den Gruppen, von denen die Gewalt ausgegangen sei, habe es sich um „autonome und zum Teil vermummte Personen“ gehandelt.

Die Initiative „Gen Z regelt“ selbst hat sich nach den Vorfällen öffentlich distanziert. Auf Instagram erklärte sie, sie stehe für friedlichen Protest und demokratische Werte – Gewalt sei „niemals Teil unserer Bewegung“ gewesen. Die Initiative kündigte zudem an, sich an den europaweiten Protesten am 20. November beteiligen zu wollen, zu denen ein breites Bündnis zu einem internationalen Jugendstreiktag aufgerufen hat.

Was die Proteste eigentlich fordern

Nicht vergessen werden sollte bei den ganzen Krawall-Schlagzeilen, worum es den Organisatoren eigentlich geht. Wie Deutschlandfunk berichtet, fordert „Gen Z regelt“ mehr Geld für Schulen, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, soziale Gerechtigkeit und mehr Klimaschutz. Eine Wehrpflicht lehnt die Initiative ab. Sie versteht sich als unabhängiger, überparteilicher und loser Zusammenschluss junger Menschen.

Was am Ende bleibt: Tagsüber ein größtenteils friedlicher Protest mit einer riesigen Beteiligung, abends dann Gewalt und Zerstörung in mehreren deutschen Städten – mit Köln als einem der Brennpunkte. Wie es mit den Protesten weitergeht, zeigt sich spätestens beim angekündigten Jugendstreiktag im November.

Quellen


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