Düsseldorf setzt als erste NRW-Kommune ein Scanfahrzeug gegen Falschparker auf Radwegen ein. So funktioniert die neue, automatisierte Verkehrsüberwachung.
Fahrradfahren soll in Düsseldorf entspannter werden. Das Ordnungsamt hat ein neues Scanfahrzeug im Einsatz, das Falschparker auf Radwegen automatisch aufspüren soll. Wie der WDR berichtet, ist Düsseldorf damit die erste Kommune in NRW, die so ein Fahrzeug nutzt. Auf dem Dach sitzt ein auffälliger Kamera-Aufbau, der beim normalen Durchfahren der Straßen automatisch Fotos von falsch abgestellten Autos macht. Zum Start stehen rund 38 Kilometer Radwegenetz im Fokus.
Ganz automatisch geht trotzdem nichts: Erkennt die Kamera ein mögliches Fehlverhalten, wird das Foto an den Innendienst geschickt. Dort schaut sich jemand die Aufnahme an, bevor überhaupt ein Knöllchen rausgeht. Laut Angaben der Stadt Düsseldorf kostet ein Verstoß 55 Euro. Nach Informationen von lokalbuero.com entstehen bei einem möglichen Verstoß sowohl Übersichts- als auch Detailaufnahmen inklusive Kennzeichen, die anschließend per Software ausgewertet werden. Automatisch verhängte Bußgelder gibt es aber nicht – erst wenn Mitarbeitende einen Verstoß bestätigen, startet ein Ordnungswidrigkeitenverfahren.
Auch beim Datenschutz hat die Stadt laut lokalbuero.com vorgesorgt: Verarbeitet werden nur Daten, die für die Feststellung eines konkreten Verstoßes nötig sind. Nicht relevante Aufnahmen werden gelöscht oder technisch verworfen, eine flächendeckende Dauerüberwachung des gesamten Verkehrs ist ausdrücklich nicht geplant.
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller sieht im neuen Scanfahrzeug vor allem einen Gewinn für die Verkehrssicherheit. Wie der WDR berichtet, sagte Keller, das Fahrzeug ersetze den Einsatz von Personal weitestgehend und erhöhe so die Sicherheit im Straßenverkehr. Düsseldorf habe in den vergangenen Jahren beim Ausbau von Radwegen nachgelegt – es sei ärgerlich, wenn diese dann nicht genutzt werden könnten. Allein im vergangenen Jahr hat die Stadt laut WDR 8.500 Falschparker erwischt.
Nach Angaben von lokalbuero.com stellte Keller bei der Vorstellung klar, dass es der Stadt nicht darum gehe, mit dem Fahrzeug zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Auch das Schreiben von Knöllchen stehe nicht im Vordergrund – vielmehr sollten die ausgebauten Radverkehrsanlagen tatsächlich frei und nutzbar bleiben. Ordnungsdezernent Christian Zaum ergänzte demnach, dass Düsseldorf mit dieser Art der Überwachung im fließenden Verkehr bundesweit eine Vorreiterrolle einnehme. Scanfahrzeuge gebe es zwar auch schon in Heidelberg und Hamburg, dort aber nur auf abgegrenzten Parkflächen.
Die Technik stammt von einem niederländischen Unternehmen, wie beide Quellen übereinstimmend berichten. Dort sind solche Scanfahrzeuge bereits im Alltag im Einsatz. Für den Betrieb in Deutschland musste laut lokalbuero.com erst das Straßenverkehrsgesetz angepasst werden. Bereits im August 2025 hatte das Düsseldorfer Ordnungsamt die Technik einen Tag lang auf einer Probestrecke getestet, bevor nun die einjährige Projektphase startete.
Für die Miete des Fahrzeugs zahlt die Stadt laut WDR 130.000 Euro im Jahr. Noch ist es ein Pilotprojekt – bei Erfolg soll das Scanfahrzeug dauerhaft im Einsatz bleiben. Laut lokalbuero.com will die Stadt im Projektjahr auch weitere Einsatzmöglichkeiten erproben, etwa die Überwachung von Feuerwehrbewegungszonen oder das Parken in zweiter Reihe. Eine flächendeckende Kontrolle des normalen Parkraums ist aktuell noch nicht möglich, da wichtige digitale Grundlagen fehlen – etwa Informationen zu Handwerker- und Behindertenparkausweisen. Das werde laut Zaum noch einige Jahre dauern.
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