57.000 Schmuggelzigaretten im Gepäck und sogar im Kinderrucksack: Der Zoll am Flughafen Köln/Bonn meldet einen neuen Rekordfund bei einer Mutter aus Istanbul.
Krasser Fall am Flughafen Köln/Bonn: Der Zoll hat bei einer Reisekontrolle insgesamt knapp 57.000 unversteuerte Zigaretten entdeckt – und zwar nicht nur in Koffern, sondern auch im Rucksack eines siebenjährigen Kindes. Wie der WDR berichtet, ist das ein neuer Rekordwert für den Kölner Zoll.
Eine 28-jährige Belgierin kam mit ihrem siebenjährigen Sohn aus Istanbul zurück und wollte mit vier großen Koffern plus acht weiteren Gepäckstücken durch den grünen Ausgang – also den Bereich für Reisende, die nichts zu verzollen haben. Die Beamten wurden stutzig und schauten genauer hin. Das Ergebnis: Statt Klamotten oder persönlichen Sachen fanden sie jede Menge Schmuggelware. Laut einem Sprecher des Hauptzollamts Köln war sogar der Rucksack des Kindes komplett mit unversteuerten Zigaretten vollgepackt.
Die Agentur AFP meldet laut unternehmen-heute.de, dass die Kontrolleure in den vier Koffern und acht weiteren Gepäckstücken der Frau insgesamt knapp 57.000 unversteuerte Zigaretten entdeckten. Die Ware wurde beschlagnahmt, gegen die Mutter wurde noch vor Ort ein Steuerstrafverfahren eingeleitet.
Richtig kurios wird’s, wenn man sich die Familiengeschichte anschaut: Schon die Mutter der Schmugglerin – also die Oma des Kindes – war Ende August am Flughafen Köln/Bonn mit Schmuggelzigaretten erwischt worden. Bei ihr fand der Zoll damals rund 15.000 unversteuerte Zigaretten. Offenbar hat das aber niemanden in der Familie davon abgehalten, es nochmal zu versuchen.
Zur Einordnung: Wer aus einem Land außerhalb der EU einreist, darf laut Zoll maximal 200 Zigaretten oder 250 Gramm normalen Tabak beziehungsweise Wasserpfeifentabak zollfrei mitbringen. Bei 57.000 Zigaretten ist das Ganze also meilenweit von der erlaubten Freimenge entfernt – kein Wunder, dass der Zoll hier genauer hingeschaut hat.
Der Flughafen Köln/Bonn ist für den Zoll offenbar ein echter Hotspot für außergewöhnliche Entdeckungen. Wie der WDR berichtet, wurden dort vor Kurzem auch fast 100 Reptilien im Gepäck eines Reisenden sichergestellt, darunter hochgiftige Schlangen. Im Mai wurden außerdem gefälschte Markenprodukte im Wert von mehreren Hunderttausend Euro vernichtet – unter anderem Schuhe, Taschen und Sonnenbrillen, die angeblich von bekannten Luxuslabels stammen sollten.
Der Fall zeigt mal wieder, wie kreativ manche Leute beim Zigarettenschmuggel werden – und dass selbst Kinder dafür eingespannt werden. Für die 28-Jährige dürfte es jetzt erstmal teuer werden, schließlich läuft gegen sie ein Steuerstrafverfahren. Und die Familiengeschichte zeigt: Ein Rückschlag wie bei der Oma im August hält manche offenbar nicht vom nächsten Versuch ab.
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