Nach der Gen-Z-Demo in Köln eskalierte die Halloween-Nacht: Wasserwerfer, brennende Mülltonnen und Hunderte Festgesetzte. Alle neuen Infos im Überblick.
Wir hatten euch in einem früheren Beitrag schon erzählt, dass sich Köln mit einem Großaufgebot an Polizei auf die „Gen Z regelt“-Demo an Halloween vorbereitet hat. Jetzt wissen wir: Die Befürchtungen waren leider nicht ganz unbegründet. Zwar kamen am Ende weniger Leute als die erwarteten 15.000, aber dafür eskalierte die Lage am Samstagabend ordentlich.2
Am Nachmittag lief erstmal alles ziemlich entspannt. Ein paar Tausend junge Menschen versammelten sich am Rheinufer, einige sogar verkleidet, schließlich war ja Halloween. Es ging um Themen wie Klimaschutz, bessere Schulen und Zukunftsängste. Sogar OB Torsten Burmester hörte sich die Reden an. Doch dann wurden mitten in der Menge Bengalos gezündet, Leute vermummten sich, Böller flogen durch die Luft. Die Polizei zog die Reißleine und beendete die Demo um 16 Uhr.1
Keine halbe Stunde später kippte die Stimmung endgültig: Am Konrad-Adenauer-Ufer kamen Wasserwerfer zum Einsatz, die Polizei kesselte Hunderte Menschen ein. Aus der Menge flogen laut Polizei Steine, Flaschen und Knallkörper, ein Beamter wurde an der Hand verletzt. Später verlagerten sich die Ausschreitungen auf die Hohe Straße, die Domplatte und die Kölner Ringe. Dort schlugen Randalierer Schaufensterscheiben ein, zerstörten Terrassenmöbel von Restaurants, zündeten Mülltonnen an und beschmierten Autos. Einige versuchten sogar, mit E-Scootern Barrikaden zu bauen.1
Viele hielten das Ganze auf Tiktok live fest, für manche wurde die Nacht offenbar zum Erlebnis-Event statt zur Demo. Die Bilanz am nächsten Morgen ist heftig: 23 verletzte Polizisten, fünf beschädigte Streifenwagen, rund 1000 aufgenommene Personalien und jede Menge sichergestellte Waffen und Pyrotechnik, von Nothämmern über selbstgebaute Böller bis hin zu Molotow-Cocktails.1
Einsatzleiter Martin Lotz von der Polizei sagt, die Art der Angriffe und die gefundene Ausrüstung würden eher auf ein geplantes Vorgehen hindeuten als auf eine spontane Eskalation. Die Polizei stellt auch klar: Einen direkten Zusammenhang zwischen den nächtlichen Randalierern und den eigentlichen Teilnehmern der „Gen Z regelt“-Demo sehen sie bisher nicht. Eine Ermittlungsgruppe soll die Vorfälle jetzt genauer aufklären.1
Auch die Organisatoren von „Gen Z regelt“ distanzieren sich klar von den Ausschreitungen. Nach dem offiziellen Ende der Kundgebung habe man keinen Einfluss mehr auf das Geschehen gehabt, heißt es von der Initiative. Man sei zufrieden mit dem friedlichen Verlauf des Nachmittags gewesen und habe gehofft, dass es so bleibt. Die betroffenen Gastronomen auf den Ringen sind dagegen alles andere als zufrieden: Auf Social Media machen sie ihrem Ärger Luft, weil sie jetzt auf den Kosten für zerstörte Möbel und Fensterfronten sitzen bleiben.1
Polizeipräsident Johannes Hermanns zeigt sich sichtlich bewegt von den Bildern der Nacht und kündigt an, dass alle festgestellten Straftaten konsequent verfolgt werden. Gleichzeitig gibt es auch kritische Stimmen von Demo-Teilnehmenden, die sagen, dass die Wasserwerfer auch friedliche Menschen getroffen hätten und dass unter den stundenlang Festgehaltenen auch viele waren, die gar nichts mit den Ausschreitungen zu tun hatten.1
Fest steht: Die nächste Demo von „Gen Z regelt“ in Köln ist für November bereits angekündigt. Ob die Stadt dann wieder mit einem ähnlichen Großeinsatz plant wie beim letzten Mal, bleibt abzuwarten. Wir halten euch auf dem Laufenden, sobald es neue Infos gibt.
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