Köln steckt tief in der Finanzkrise: Bis 2031 drohen 4,3 Milliarden Euro Verluste. Was das für Gebühren und Leistungen in der Stadt bedeutet, erfährst du hier.
Wer in Köln lebt, muss sich auf härtere Zeiten einstellen: Die Stadt rechnet in den nächsten Jahren mit massiven Verlusten – und die Folgen treffen die Bürgerinnen und Bürger direkt. Während wir in einem früheren Beitrag noch über die faszinierenden Denkmale und Bauwerke der Stadt berichtet haben, die beim Tag des offenen Denkmals ihre Türen öffnen, zeigt sich jetzt: Genau solche Bauwerke und Infrastrukturen kosten Köln enorme Summen – und die Kasse ist leer.2
Schon für das kommende Jahr plant Köln mit einem Verlust von 811 Millionen Euro. Bis 2031 summiert sich das auf satte 4,3 Milliarden Euro Defizit. Bei einem Gesamthaushalt von 7,15 Milliarden Euro entspricht das mehr als zehn Prozent – und das ist, so klar muss man es sagen, eine dramatische Haushaltslage.1
René Geißler, Professor für öffentliche Wirtschaft und Verwaltung an der Technischen Hochschule Wildau, bringt es im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger auf den Punkt: „Das Leben in Köln wird für die Bürger teurer und die Leistungen werden schlechter.“ Keine rosigen Aussichten, oder?1
Hier kommt, was dich als Kölnerin oder Kölner direkt betrifft:
Erste Sparmaßnahmen wie Einstellungsstopps und Kürzungen bei der Büroausstattung laufen laut Experte Geißler bereits – aber das sei „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“ angesichts des Milliardenlochs.1
Ein riesiger Posten in der maroden Kölner Haushaltskasse: teure Bauprojekte. Die Sanierung der Mülheimer Brücke schlägt mit rund einer halben Milliarde Euro zu Buche, die Bühnen-Sanierung inklusive aller Kosten sogar mit fast 1,5 Milliarden Euro. Geißler nennt das „absoluten Wahnsinn“, der nicht in diese Zeit passe – räumt aber ein, dass solche Beschlüsse oft in wirtschaftlich guten Zeiten gefasst werden, auf Basis zu optimistischer Kostenschätzungen. Das Phänomen ist übrigens nicht nur ein Kölner Problem.1
Kölns Stadtkämmerin Dörte Diemert und Oberbürgermeister Torsten Burmester fordern Unterstützung vom Bund und vom Land NRW. Ihre Argumentation: Wer Aufgaben bestellt, soll sie auch bezahlen. Geißler sieht das differenziert – die Forderung sei zwar berechtigt, aber Kommunen hätten bei der konkreten Ausgestaltung sozialer Leistungen durchaus eigenen Spielraum und seien nicht so handlungsunfähig, wie sie es manchmal darstellten.1
Für die Zukunft hofft die Stadt auf eine „leichte Trendwende“ ab 2030 – also darauf, dass die Konjunktur wieder anzieht, Bundesmittel fließen und die Inflation sinkt. Geißler kommentiert das nüchtern: Man hoffe auf ein Wunder. Ein Licht am Ende des Tunnels sehe er nicht.1
Tröstlich – oder auch nicht: Die Kölner Lage passt laut Geißler ins bundesweite Bild. Viele Kommunen stecken in der gleichen Klemme. Nur die absoluten Zahlen sind in Köln besonders groß, weil die Stadt eben besonders groß ist. Polster aus besseren Jahren, wie andere Städte sie haben, besitzt Köln wohl nicht.1
Fazit: Die nächsten Jahre werden für Köln finanziell richtig ruppig. Mehr zahlen, weniger bekommen – das ist die Realität, auf die sich viele Kölnerinnen und Kölner einstellen müssen. Bleibt zu hoffen, dass die Politik schnell handelt, bevor die Stadt weiter verfällt.
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