Das goldene Flügelauto von HA Schult verlässt nach 35 Jahren Kölns Skyline. Wir erklären, warum es demontiert wurde und wo es bald neu zu sehen ist.
35 Jahre lang thronnte es hoch oben über der Kölner Innenstadt und zog unzählige Blicke auf sich: das goldene Flügelauto des Künstlers HA Schult. Doch jetzt ist Schluss mit dem vertrauten Anblick nahe dem Dom – das ikonische Kunstwerk wurde demontiert. Und das Ganze hatte einen ziemlich guten Grund. Ähnlich wie wir in unserem früheren Beitrag zur Sommertour durch den Naturpark Maas-Schwalm-Nette gezeigt haben, dass NRW jede Menge Überraschungen bereithält, beweist jetzt Köln wieder mal: Hier ist immer was los.2
Ein Kran hob das goldene Flügelauto am Abend vom Dach des ehemaligen Kölnischen Stadtmuseums – und zwar in rund 24 Metern Höhe. Das klingt spektakulär, und war es auch. Aber der Anlass dahinter ist weniger romantisch: Untersuchungen hatten ergeben, dass die vier Tonnen schwere Skulptur durch starke Winde bereits Schäden am Mauerwerk des Treppenturms verursacht hatte. Der Treppenturm gehört zum historischen Zeughaus aus dem 17. Jahrhundert.1
Die Stadt Köln machte dazu klar: „Mit der Abnahme soll der weiteren Schadensbildung vorgebeugt und die Sicherheit des Gebäudes und seiner Umgebung gewährleistet werden.“ Kurz gesagt – lieber jetzt handeln, bevor das gute Stück vielleicht irgendwann unfreiwillig landet.1
Ganz ohne Drama lief das alles natürlich nicht ab. Künstler HA Schult, der mittlerweile 87 Jahre alt ist, wollte die Demontage seines Werks nicht einfach so hinnehmen und klagte dagegen. Doch sein Eilantrag wurde abgewiesen – die Demontage fand also wie geplant statt.1
Schult ist in der Kunstwelt vor allem durch seine „Trash People“ bekannt – lebensgroße Skulpturen, die komplett aus Müll bestehen. Sein vergoldeter Fiesta mit Flügeln wurde 1989 erstmals öffentlich gezeigt und kam 1991 auf seinen Platz nahe dem Dom, wo er über Jahrzehnte zu einem echten Fotomotiv wurde.1
Das Ende der Kölner Dachkarriere bedeutet aber nicht das Ende des Kunstwerks. Zuerst geht der „Goldene Vogel“ – so der Spitzname der Skulptur – zur Restaurierung in die Kölner Ford-Werke. Danach ist ein neuer Standort geplant: Im ersten Quartal des kommenden Jahres soll das Flügelauto auf dem Dach eines Hotels am Rhein einen frischen Startplatz bekommen.1
Ob goldfarbenes Flügelauto über den Kölner Dächern oder grüne Naturparklandschaften im Kreis Viersen – NRW zeigt mal wieder, dass es zwischen Kultur und Natur keine Grenzen gibt. Während das Flügelauto bald von einem Hoteldach über den Rhein blickt, lohnt sich auch ein Ausflug aufs Rad: In der Region gibt es jede Menge zu entdecken.2 Augen auf – denn in NRW verändert sich das Stadtbild manchmal buchstäblich über Nacht.
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