Leitbranchen am Niederrhein weiter unter Druck: Konjunkturklimaindex bleibt schwach, Erholung nicht in Sicht.
Die Wirtschaft am Mittleren Niederrhein bleibt auch 2026 deutlich unter Druck. Das aktuelle Konjunkturbarometer Rheinland zeigt: Die Stimmung unter den rund 2.200 befragten Unternehmen ist zum achten Mal in Folge schlechter als nötig für Wachstum.
Die Analyse der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein (Krefeld, Mönchengladbach, Rhein-Kreis Neuss, Kreis Viersen) verdeutlicht: Die wirtschaftliche Erholung bleibt aus. Der Konjunkturklimaindex liegt aktuell bei 94,5 Punkten – ein leichter Anstieg, aber weiterhin unter der entscheidenden 100er-Marke.
Laut IHK schätzen nur 22,2 Prozent der Betriebe ihre Lage als positiv ein, während 29,1 Prozent unzufrieden sind. Die erhoffte Trendwende verschiebt sich weiter. Auch der Geschäftslageindikator stagniert bei -6,9 Punkten, merklich unter dem langjährigen Plus von 14,6. Für die kommenden Monate erwarten mehr Unternehmen eine Verschlechterung als eine Besserung.
Besonders angespannt ist die Situation in der Chemie- und Kunststoffindustrie, Metallindustrie und dem Maschinenbau – hier dominieren die negativen Einschätzungen klar. Ein Lichtblick ist die Ernährungsindustrie: Erstmals seit vier Jahren bewerten die Unternehmen dort sowohl Gegenwart als auch Zukunft als positiv. Dagegen meldet keine Dienstleistungsbranche eine so schlechte Lage wie die Logistik. Marode Brücken wie die Uerdinger Rheinbrücke sind für viele Betriebe ein erheblicher Wettbewerbsnachteil.
Die schwache Konjunktur ist nicht auf den Niederrhein beschränkt. Auch das Auslandsgeschäft bringt in den kommenden Monaten keine Impulse: 26,4 Prozent der Befragten befürchten einen Rückgang der Exportnachfrage, nur 18,8 Prozent erwarten mehr Nachfrage. Der Exportindex liegt mit -7,6 Punkten deutlich unter dem Durchschnitt der letzten Jahre.
Die Kapazitätsauslastung der produzierenden Unternehmen ist mit 72,1 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 2009. Investitionen werden zurückgehalten, Beschäftigungspläne sind überwiegend negativ. Als größte Risiken sehen die Unternehmen die schwache Binnennachfrage (59 Prozent) und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (62 Prozent). Auch gestiegene Arbeits- und Energiekosten bereiten Sorgen. Während der Fachkräftemangel an Bedeutung verliert, steigt der Druck durch die anhaltende Strukturkrise.
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!