Lünen: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Bürgermeister Kleine-Frauns im Zusammenhang mit dem Wolski-Skandal.
Im Zuge des Missbrauchs-Skandals um Daniel Wolski hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Jürgen Kleine-Frauns, den Bürgermeister von Lünen, erhoben. Im Kern steht der Verdacht der Verletzung des Dienstgeheimnisses.
Die Staatsanwaltschaft Dortmund sieht es als erwiesen an, dass Kleine-Frauns zu Beginn des Jahres 2023 eine E-Mail erhielt, in der auf mutmaßlich strafbares Verhalten von Daniel Wolski im Kontakt zu Minderjährigen hingewiesen wurde. Diese Information gab der Bürgermeister über WhatsApp an Wolski weiter und löschte die Mail. Antenne Unna.
Daniel Wolski, ehemaliger Vize-Bürgermeister in Lünen, war bereits im Mai des Vorjahres wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Das Verfahren gegen Bürgermeister Kleine-Frauns steht damit in Zusammenhang.
Der Fall sorgt in Lünen und darüber hinaus für Aufmerksamkeit, weil hier die Frage nach dem korrekten Behördenumgang mit sensiblen Informationen im Raum steht. Die Anklage gegen einen amtierenden Bürgermeister ist eine Seltenheit und sorgt für Diskussionen rund um den Schutz von Dienstgeheimnissen und Informationspflichten.
Die Verteidigung von Kleine-Frauns hat nun die Gelegenheit zur Stellungnahme. Erst danach kann das Gericht einen Termin für die Hauptverhandlung festlegen – dies wird frühestens in zwei Wochen erwartet.
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!