Nach den Gen-Z-Protesten eskalierte die Lage in Köln: Verletzte, Festnahmen und Sachschäden. Jetzt weist die Polizei Kritik zurück und sammelt Beweise.
Was mit Plakaten und Parolen am Kölner Rheinufer begann, endete in der Nacht auf den 1. November 2026 in heftigen Ausschreitungen. Rund 15.000 Menschen waren bei der Demo für mehr Bildungsgeld und gegen steigende Lebenshaltungskosten dabei, wie wir bereits in einem früheren Beitrag berichtet hatten. Am Ende standen den Demonstranten Polizisten in voller Schutzausrüstung gegenüber.
Wie die Ostsee-Zeitung in einer Reportage vor Ort schildert, kippte die Stimmung im Laufe des Abends komplett. Was als Jugendprotest gestartet war, wurde zur Konfrontation mit der Polizei.
Laut Handelsblatt kam es auf der Domplatte nahe dem Kölner Hauptbahnhof zu direkten Angriffen auf Einsatzkräfte. Flaschen und sogar Fahrräder flogen durch die Luft, ein Mensch wurde dabei verletzt. Die Polizei nahm mehrere Randalierer fest – fünf Personen wurden nach Polizeiangaben in Gewahrsam genommen. In einer Nebenstraße ging eine Fensterscheibe zu Bruch, nachdem jemand einen E-Scooter hineingeworfen hatte. Eine Polizeisprecherin sprach laut Handelsblatt von einem „dynamischen Lagebild“, woraufhin zusätzliche Polizeikräfte zusammengezogen wurden.
Im Vergleich zu anderen Städten wie Frankfurt, wo es laut Handelsblatt zu Plünderungen und Angriffen auf ein Waffengeschäft kam, blieb es in Köln bei Sachbeschädigungen und Angriffen auf Polizisten – Plünderungen wurden für Köln nicht gemeldet.
Nach den Krawallen richtete die Polizei ein Hinweisportal ein, über das Zeuginnen und Zeugen Fotos und Videos von der Nacht einreichen können. Wichtig dabei: Die Einsendungen sollen mit dem Tag „Köln-GenZ-31.10.2026“ versehen werden, damit sie richtig zugeordnet werden können. Ein ausführlicherer Bericht der Polizei zu den Ereignissen wurde für später angekündigt.
Zur bundesweiten Lage äußerte sich auch die Gewerkschaft der Polizei. Der Bundespolizei-Vorsitzende Andreas Roßkopf zog laut Handelsblatt eine gemischte Bilanz: Die eigentlichen Proteste der Gen Z seien sehr friedlich verlaufen, erst nach deren Ende sei die Lage in einigen Städten eskaliert. Verantwortlich dafür seien vor allem „autonome und zum Teil vermummte Personen“ gewesen. Die Polizei sei dort, wo nötig, konsequent und auch massiv eingeschritten.
Die Initiative „Gen Z regelt“, die bundesweit zu den Protesten aufgerufen hatte, zog nach eigenen Angaben ein positives Fazit der eigentlichen Kundgebungen. Laut Handelsblatt betonte ein Sprecher der Initiative, dass man keinen Einfluss auf das gehabt habe, was nach dem Ende der Veranstaltungen passierte. Die Initiative kündigte zugleich an, sich an europaweiten Protesten am 20. November beteiligen zu wollen.
Für Köln bleibt vorerst die Aufarbeitung der Nacht im Fokus. Mit dem Hinweisportal setzt die Polizei auf die Mithilfe der Bevölkerung, um die Vorfälle rund um Domplatte und Hauptbahnhof lückenlos aufzuklären.
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