Der neue Drogenkonsumraum in Köln-Kalk zeigt erste Wirkung – doch strukturelle Probleme in der Suchthilfe bleiben. Was das für die Stadt bedeutet.
Köln macht einen neuen Schritt im Umgang mit dem Drogenkonsum in der Stadt – und der führt direkt nach Kalk. An der Neuerburgstraße gibt es seit einigen Wochen einen neuen Drogenkonsumraum, und die Stadt zieht nach acht Wochen eine erste Bilanz. Die klingt auf dem Papier erstmal positiv: „Die Annahme des Drogenkonsumraums verläuft erwartungsgemäß – eine Entlastung des öffentlichen Raums ist inzwischen zu beobachten“, sagt eine Stadtsprecherin.1 Doch was sagen die Menschen, die täglich vor Ort sind?
Die Realität im Viertel klingt etwas vielschichtiger als die offizielle Einschätzung. Beim Besuch vor Ort berichten viele Anwohnerinnen und Anwohner zwar von weniger Spritzen auf der Straße und einer spürbaren Entlastung – andere hingegen fühlen sich unsicherer als zuvor.1 Das Thema ist so aufgeladen, dass kaum jemand seinen Namen nennen möchte. Die meisten äußern sich nur anonym.
Eine Mitarbeiterin einer nahegelegenen Apotheke sagt gegenüber der Kölnischen Rundschau, sie habe den Eindruck, dass sich die Situation in Kalk verbessert habe: „Es werden auf jeden Fall weniger Injektionsnadeln gekauft als früher.“1 Im Konsumraum stehen sterile Spritzen zur Verfügung – ein wichtiger Baustein für den Infektionsschutz der Betroffenen.
Und genau hier liegt der Knackpunkt. Denn der Konsumraum in Kalk macht nicht nur deutlich, dass das Konzept grundsätzlich funktionieren kann – er zeigt auch, wie fragil Kölns gesamte Suchthilfe-Strategie noch ist. Die Probleme sind konkret:1
Das sind keine Kleinigkeiten. Gerade der Punkt mit dem Crack-Konsum ist entscheidend: Wer auf der Straße Crack raucht, hat im Konsumraum oft keine rechtlich gesicherte Anlaufstelle – ein Problem, das weit über Kalk hinausgeht.1
Kölns Drogenproblem ist kein isoliertes Stadtproblem – es ist ein gesellschaftliches Thema, das viele Städte in Nordrhein-Westfalen betrifft. Der Konsumraum in Kalk ist ein Ansatz, der zeigt: niedrigschwellige Hilfsangebote können einen Unterschied machen. Aber nur, wenn sie auch konsequent ausgebaut und rechtlich abgesichert werden.
Was in Kalk gerade passiert, ist letztlich ein Blick in den Spiegel – für die Stadt Köln, aber auch für die Drogenpolitik insgesamt. Der erste Schritt ist gemacht. Ob er wirklich etwas verändert, hängt davon ab, was als nächstes kommt.1
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