Schneepflug im September? In Köln sind Winterdienstfahrzeuge schon jetzt unterwegs – wir erklären, warum das sinnvoll ist und wie der Winterdienst funktioniert.
Rund 20 Grad, noch keine Spur von Frost – und trotzdem rollt in Köln schon ab Anfang September ein Winterdienstfahrzeug ums nächste Eck. Komplett ausgestattet mit Schneepflug und Streuteller. Klingt komisch? Ist aber total logisch! Die Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) erklären, was dahinter steckt: „Was auf den ersten Blick irritiert, ist Teil eines gezielten Trainingsprogramms, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt.“1
Die Technik, die in so einem Winterdienstfahrzeug steckt, ist nämlich alles andere als simpel. Deshalb schickt die AWB ihre Mitarbeitenden zum Fahrsicherheitstraining – und zwar nicht irgendwo auf einem Parkplatz, sondern auf den Nürburgring.1 Ja, richtig gelesen. Die Fahrer lernen dort, mit den Fahrzeugen sicher umzugehen, damit sie auch bei Dunkelheit, Nebel und Glatteis einen kühlen Kopf behalten.
Dazu kommt: Im vergangenen Jahr hat die AWB ihre Fahrzeugflotte komplett modernisiert. 14 neue Fahrzeuge, dauerhaft mit Streu- und Sprühanlagen sowie Tanks ausgestattet – und ausschließlich für den Winterdienst vorgesehen. Der große Vorteil: Kein lästiges Umrüsten mehr, die Fahrzeuge sind sofort einsatzbereit, sobald der erste Frost kommt. Das spart im Ernstfall wertvolle Zeit.1
Technik und Training sind aber nur ein Teil der Geschichte. Denn Köln schläft nie – Baustellen entstehen, Straßen werden umgestaltet, Verkehrsführungen ändern sich. All das hat direkte Auswirkungen auf die Routen des Winterdienstes. Deshalb fahren die AWB-Teams ihre Strecken jetzt schon ab und prüfen, ob es neue Engstellen gibt oder ob bestehende Pläne angepasst werden müssen.1
Betriebshofleiter Turan Oguz bringt es auf den Punkt: „Im Winter haben wir keine Zeit, lange zu überlegen oder Risiken einzugehen – da muss jeder Griff und jede Kurve sitzen. Deshalb fahren wir die Strecken jetzt schon ab, damit sie im Kopf sind. Wenn’s glatt wird, läuft das wie von selbst.“1
Sobald die Temperaturen auf zwei Grad Celsius sinken, geht’s los. Im Fokus stehen dann vor allem Hauptverkehrsstraßen, Radwege und Bushaltestellen – besonders Schulbushaltestellen, wo Sicherheit oberste Priorität hat. Der maschinelle Winterdienst ist dabei in drei Stufen aufgeteilt:1
Also: Wenn du demnächst in Köln einen Schneepflug siehst und die Sonne scheint – kein Grund zur Verwirrung. Die AWB macht einfach ihren Job, und zwar richtig gründlich. Dass dahinter so ein aufwendiges System aus Training, Routenplanung und moderner Fahrzeugtechnik steckt, macht die Sache eigentlich ziemlich beeindruckend. Und wir können entspannt in den Herbst starten – in dem Wissen, dass Köln vorbereitet ist, egal was kommt.
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